Super Mario Galaxy 2
von Daniel Wendorf
Auf den ersten Blick ist dieses Hüpfspiel nicht viel anders als sein Vorgänger. Allein die Story, wie gewohnt platt und konventionell. Erzrivale Bowser macht Stress und entführt die liebliche Prinzessin Peach, die unser Held der Arbeit, Klempner Mario, retten muss. Dazu sammelt er Sterne, die er kreuz und quer über die Galaxie verstreut findet. Das bot schon der Vorgänger vor drei Jahren. Hat sich Nintendo etwa auf die faule Haut gelegt? Möchte man die Früchte alter Arbeit ein zweites Mal ernten?
Konventionell
Nein. Zwar greift „Super Mario Galaxy 2“ auf das
bewährte Konzept des Vorgängers zurück, in dem ihr mehr oder minder große Planeten
komplett umrunden konntet und knifflige Gravitationsrätsel zu bestehen hattet,
aber die erste Neuerung offenbart sich schon nach wenigen Minuten und lässt Serienkenner
mit der Zunge schnalzen: Reitsaurier Yoshi ist wieder mit von der Partie und
lädt ein, die Welten auf seinem Rücken aus einem ganz anderen Blickwinkel zu
erkunden. Durch den Verzehr von verschiedenen Früchten rennt das Viech wie von
der Tarantel gestochen durch die Botanik oder bläst sich zu einem riesengroßen
Ballon auf, der euch in ungeahnte Höhen trägt. Und wozu eigentlich die ganze Sterne-Sammelei?
Ganz einfach: Um euch mit eurem Raumschiff (passenderweise im
Mario-Kopf-Design) durch das lineare Universum zu bewegen, halten die
glitzernden Embleme als Treibstoff her. Nur mit genügend Sternen könnt ihr
Bowser herausfordern und das Liebchen Peach auslösen. Wer jeden Winkel der ausufernden
Level erkunden will, ist genötigt, alle 120 Sterne zu sammeln. Danach ist aber
noch lange nicht Schluss: Highscore-Challenges, Minispiele, 120 grüne Sterne,
und Kometenmünzen warten auf sammelwütige und übereifrige Zocker, die zur
Perfektion neigen.
Wie schaut's aus?
Nahe an der Perfektion ist dieser Titel auch
audio-visuell. Der ungewöhnliche Grafikstil ist eine wahre Augenweide und
unterstreicht, was man aus der Wii herauskitzeln kann. Der Sound mit seinen
altbekannten Melodien und witzigen Klangeffekten (wer hätte je gedacht, dass
sich ein Drache wie ein D-Zug anhört?) schmeichelt die Ohren und die Steuerung
funktioniert so gut, dass erst auffällt, wie super sie umgesetzt wurde, wenn
man mal wieder einen mittelprächtigen Hüpfspiel-Konkurrenten in die Lade packt.
Wer braucht's?
Eigentlich alle - und Mario-Fans sowieso. „Super
Mario Galaxy 2“ zeigt einmal mehr, was die ganz hohe Schule des Spieledesigns
ist. Der Titel punktet mit einer guten Spielbalance, fantastischen Rätseln, einer
grandiosen Abwechslung und – im Gegensatz zum Vorgänger – einem zunehmend
höheren Schwierigkeitsgrad, der ab und an zu sehr anzieht. Mehrspieler kommen
nicht auf ihre Kosten. Zwar kann ein zweiter Spieler unterstützend eingreifen
und mit der Wii-Fernbedienung Gegner unter Beschuss nehmen, mehr gibt es nicht.
FAZIT
„Super Mario Galaxy 2“ ist eine bunte Wundertüte
und ein Pflichtkauf für alle Wii-Besitzer. Zeitloses Leveldesign, eine sehr
gute Präsentation und großer Umfang rechtfertigen den Preis von gut 50 €
locker. Doch Obacht: Im Gegensatz zum Mehrspieler-Kracher „New Super Mario
Bros. for Wii“ ist dieses Spiel hier nur für Solisten geeignet.
Mehr Details findet ihr auch unter www.demonews.de













