Test: Metro 2033
von Tobias Remag
Die Versoftung eines Bestseller-Romanes, kann so was klappen? Ja! Das ukrainische Studio 4A Games zaubert aus Dmitry Glukovskys gleichnamiger Buchvorlage einen Shooter, der das Endzeitszenario detailgetreu wiedergibt, mit einer Atmosphäre die zum Schneiden dicht ist.
Der Name ist Programm: Metro 2033 siedelt sich im Jahre 2033 an, vorwiegend im Moskauer U-Bahn-Netzwerk, der Metro. Und das hat seinen Grund. Ein Atomkrieg hat die Menschen unter die Erde gezwungen, die Oberfläche ist alles andere als lebensfreundlich. Nicht ausschließlich wegen der Strahlung und der verpesteten Luft. Dort treiben sich mutierte Kreaturen herum, die auf alles Jagd machen, was sich bewegt. Und die dringen mehr und mehr nach unten durch, zu den U-Bahn-Stationen, in denen die Überlebenden seit zwei Jahrzehnten hausen.
Genau wie in Glukovskys Buchvorlage aus dem Jahre 2005 dreht sich die Handlung also darum, eine Station, eure Heimat, davor zu retten, von den Monstern aus der Oberfläche überrannt zu werden. Um das zu bewerkstelligen gilt es Verstärkung aus anderen Stationen zu finden. So durchquert ihr in der First-Person-Perspektive die vielen engen Tunnel durch die einst noch Züge gefahren sind. Nur manchmal geht’s hoch in das völlig zerstörte Moskau. Ihr selbst erinnert euch bestenfalls noch aus der Kindheit an das Tageslicht. Des Öfteren stehen euch Begleiter zur Seite, erfahrene Soldaten, die sich etwas besser auskennen. Das schützt sie aber nicht vor vielen dramatischen Toden.
Das alles ist ungemein spannend, denn anstatt durch Dauerfeuer lässt Metro 2033 euren Puls dadurch rasen, dass ihr nie wisst, was wohl hinter der nächste Ecke, im nächsten Gang auf euch wartet. Meistens nichts. Zum Glück, denn ständig ist die Munition knapp. Doch wenn die Biester, teils auch menschliche Gegner, kommen, dann richtig, und jeder Schuss muss sitzen! Dabei haben die Entwickler viel Wert auf die Immersion gelegt, zu jedem Zeitpunkt habt ihr das Gefühl im Charakter drin zu stecken, anstatt nur ein Fadenkreuz zu bewegen.
Das geschieht einerseits durch viele Animationen die es in der Egoperspektive zu sehen gibt, zum Beispiel wenn der Charakter seine Hand ausstreckt um sich an irgendetwas festzuklammern, aber auch durch die Geräuschkulisse, das eigene schwere Atmen hinter der Gasmaske, oder die eingeschränkte Sicht, wenn eben diese beschädigt wird. Und manchmal bekommt man es gar nicht mit, ob man die Figur noch selbst steuert oder sich schon in einer der kurzen Zwischensequenzen befindet, die gelegentlich mit Hilfe der Grafikengine eingespielt werden.
Gerade auf dem PC gehört Metro 2033 zu den aktuellen Grafikleckerbissen. Der Shooter unterstützt, die entsprechende Hardware vorausgesetzt, sogar DirectX-11-Effekte, macht allerdings auch unter DirectX 9 schon einiges her. Die Xbox-360-Fassung sieht gut aus, kommt an die Grafikpracht auf dem Rechenknecht jedoch nicht heran.
CAZ meint: Nach dem schon die meisten Filmadaptionen in die Hose gehen, ist es wirklich erstaunlich, dass es 4A Games gelingt, ein Buch so hervorragend umzusetzen. Klar, es gibt Abstriche in der Handlung. Aber die bedrückende, gruselige Atmosphäre der Vorlage fängt Metro 2033 allemal ein. Nicht zuletzt wegen der vielen der detaillierten Beschreibungen Glukovskys, die in das Leveldesign eingeflossen sind. Shooter-Fans, Grusel-Fans, Metro-Fans – alle könne zuschlagen. Einziges Manko: Mit acht Stunden ist das Spielvergnügen zu kurz. Keine Mehrspieleroptionen.
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