Firefox AK aus Schweden gehen im Oktober mit Hurts auf Tour - mit dem aktuellen Album "Color The Trees"
23.09.2011 von Annett Schubert
Nach vier Jahren in London, in denen sie beim
Triphop-Kollektiv Anamorphic sang,
sehnte sich Andrea Kellerman danach, nach Schweden zurückzugehen. Sie ging an
einem Hydranten vorbei und sah darauf ein Wort geschrieben: Firefox. Andrea
nahm den Namen sofort an sich und machte ihn zu ihrem. Sie schrieb eigene Songs
und startete ein Soloprojekt.
Sie besorgte sich eine Akustikgitarre und begann ihre Songs zu spielen. Klar, das hörte sich gut an: Sie hatte die Stimme, die Melodien, die Texte. Aber etwas fehlte. Es klang alles zu – nett.
Andrea Kellerman war nie eine Freundin davon, es sich leicht zu machen. Sie gibt sich nicht mit nett zufrieden. Stattdessen nahm sie ihre E-Gitarre und begann mit Viktor Ginner zu arbeiten, einem alten Schuldfreund. Zusammen betteten Andrea und Viktor ihre sanfte Stimme auf eine Landschaft aus Beats und Keyboards. Und plötzlich ergab sich alles.
Schnellvorlauf: Nur zwei Jahre später ist Firefox AK kurz davor, ihr erstes volles Album zu veröffentlichen: „Madame, madame!“. Darauf sind zehn Tracks aus melodischem elektronischem Pop, hart und sanft zugleich, eine ganz neue Mischung aus warm und kalt, die dich mit dem Gefühl zurücklassen wird, nicht genau zu wissen, was du gerade gehört hast.
"Ich wollte, dass das Album sogar noch tanzbarer wird, und ich wollte, dass mehr Beats und Synthesizer drauf sind", erzählt Kellerman.
Es ist von Anfang bis Ende ihr Album: nicht nur weil sie alle Songs geschrieben hat, singt und Gitarre und Bass spielt; sondern weil sie, zusammen mit ihrem Mann, auch das Artwork für das Album gemacht hat. Und natürlich hat sie, zusammen mit Viktor Ginner, das alles auch noch produziert.
"Viktor und ich kennen einander so gut. Ich konnte ihm sagen: „Bei diesem Song, sollten wir ... eine ‚Space Drum’ benutzen.“ und er wusste genau, welchen Sound ich damit meinte."
Es gab schon eine Weile lang einige Aufregung um das Mädchen, das allein auf die Bühne geht und es dann so klingen lässt, als ob hundert versteckte Musiker bei ihr wären. Das Geheimnis ist ein iPod mit vorproduzierten Backtracks, der vorsichtig an ihrem Gürtel angebracht ist. Sehr 2006! Aber ziemlich undramatisch, wie Andrea selbst meint:
"Einen iPod zu benutzen, war die Lösung, die am besten für mich funktionierte, wenn es ans Livespielen ging."
„The Knife produziert Belle & Sebastian von ihrer süßesten Seite. Und dann geht Beth Orton mit The Postal Service picknicken.“ war der Versuch von Schwedens größter Tageszeitung Dagens Nyheter, den einzigartigen Sound von Firefox AK zu beschreiben. Eine andere Zeitung schrieb: „Der beste Elektropop seit Kraftwerk Die Mensch-Maschine veröffentlicht haben.“
Andrea spielte allein im letzten Jahr 67 Gigs: In Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Österreich eröffnete die Shows von Stereo Total, Vive La Fete und Maria Taylor. Sie reiste in überfüllten Bussen und spielte an einem Tag in einem Punkschuppen und am nächsten in einer schicken Konzertarena. Dieses Jahr werden Andreas Live-Auftritte sogar noch beeindruckender sein, denn sie wird von ihren Freunden Ulrica Brunner (Synthesizer) und Andreas Hogby (Bass) auf der Bühne begleitet werden. Der Vorteil daran ist natürlich, dass man dann nicht allein in merkwürdigen Pizzerien überall in Europa essen muss.
"Der denkwürdigste Gig den ich jemals gemacht habe, ist wohl der, als ich Tiger Lou begleitete als sie in einem Frauengefängnis auftraten. Um reinzukommen, mussten wir diese Metalldetektoren passieren. Wir hatten richtig Schiss und gingen davon aus, dass alle uns hassen würden. Stattdessen wurden sie von Frauen begrüßt, die applaudierten, jubelten und später zu Andrea und Tiger Lou kamen, um ihnen dafür zu danken, dass sie ihre Woche gerettet hatten."
Andreas erste EP, „What’s That Sound“, wurde letztes Jahr auf ihrem eigenen Label veröffentlicht. Sie verdiente sich schnell einen Plattenvertrag bei Razzia Records und die EP wurde in größerer Auflage neu herausgebracht. Für die Neuauflage entschied sie sich, ihre Initialen nach dem „Firefox“ hinzuzufügen, denn ein mächtiger Webbrowser hatte sich plötzlich überlegt, den gleichen Namen benutzen zu wollen. 2006 kann und wird das Jahr von Firefox AK werden. Schwedische Radiostationen haben Fräulein AK schon ins Herz geschlossen und verschaffen ihr jede Menge Airplay. Und die Zeitung Stockholm City nennt sie das nächste große Ding in diesem Jahr. „Long Lost Penpal“, ihr Duett mit der Label Kollegin Hello Saferide, war ein riesiger Hit in Schweden. Und die irre Zeit des Tourens geht definitiv weiter.
Wir sagten es bereits: Andrea Kellerman steht nicht darauf, es sich selbst leicht zu machen. Bisher hat sie zusätzlich noch auf Lehramt studiert und arbeitet in einem Coffeeshop.
"Aber ich glaube, ich muss eine Pause beim Studieren einlegen und mich auf meine Musik konzentrieren."
Hört euch einfach „Madame, madame!“ an und auch ihr werdet einsehen: Es wird vermutlich eine Weile dauern, bis Andrea Zeit hat, irgend jemandem englische Grammatik beizubringen.
Tourdaten mit Hurts:
30.09.2011 - Stuttgart at Porsche Arena
01.10.2011 - Frankfurt at Jahrhunderthalle
02.10.2011 - München at Zenith
04.10.2011 - Düsseldorf at Philipshalle
05.10.2011 - Erfurt at Thüringenhalle
27.10.2011 - Innsbruch at Dogana
30.10.2011 - Zürich at Maag Event Hall
DISCOGRAFIE
2005: „WHAT'S THAT SOUND“ / EP/VIDEO / VERÖFFENTLICHUNG
„WHO CAN ACT“ / NUR RADIOSINGLE / VIDEO
15. FEBRUAR 2006: „MADAME! MADAME!“ / CDS/VIDEO / NEU BEI MTV SCHWEDEN, HOHE ROTATIONEN AUF ZTV, P3 ETC. / VERÖFFENTLICHUNG
17. MAI 17 2006: „LOVE TO RUN“ / EP/VIDEO / VERÖFFENTLICHUNG
1. MÄRZ 2006: „MADAME! MADAME!“ / DEBÜTALBUM / VERÖFFENTLICHUNG
(PR: Wilde+Schneider)









