Antihelden - Kein Happy End
02.12.2010 von Annett Schubert
Antihelden sind in der Regel vielschichtige Charaktere, die aber auch ihre Schwächen nicht verstecken – gerade das macht sie vielleicht so sympathisch. Aber durch Hindernisse, die einem im Weg liegen, kann man nur wachsen. Gerade im Bereich HipHop ist es nicht immer so einfach, Fuß zu fassen und auf Erfolgskurs zu kommen. Aber wenn man für etwas kämpft, schafft man es auch. Genau wie die Antihelden, die mit ihrem vor ein paar Monaten veröffentlichten Album „Kein Happy End“ zeigen, dass Rap auf jeden Fall – auch im Jahr 2010 – noch immer so klingen kann, wie man ihn vor Jahrzehnten kennen und lieben gelernt hat. Mit ihrem ersten gemeinsamen Album, das über NewDEF erschien, zeigen die beiden erfahrenen Ü30-Rapper Dra-Q und Abroo, dass HipHop durchaus noch Qualität hat und nicht immer nur mit dem Thema Kriminalität in Verbindung gebracht werden sollte.
Gesellschaftskritische Texte in Verbindung mit fetten Flows, eingängigen Samplebeats und Scratches zeigen, dass es auch ohne Klischees – also Rumgepose und die sonst in dieser Stilrichtung so typische Ghettoatmosphäre – geht. Die Antihelden stehen dabei nicht mit erhobenem Zeigefinger da und schreiben vor, wie es zu laufen hat. Eher polarisieren sie mit Schwarzem Humor und gleichzeitigem Augenzwinkern anspruchsvoll und persönlich, an welchen Stellen es hakt. Auch wenn die erste Single „Armageddon“ einen eher pessimistischen Eindruck hinterlässt, ist bei dem einen oder anderen der insgesamt 19 Tracks trotzdem auch mal eine locker amüsante Stimmung zu spüren. Musikalische Unterstützung erhielten die Antihelden u. a. durch: Snowgoons, MecsTreem, Sicknature sowie Mortis One und Sneezy und Morlockk Dilemma.
Endlich wieder „Rapshit“! Mehr unter: www.antihelden2010.de
Tracklist „Kein Happy End“:
01. Intro
02. Armageddon
03. 1 zu der 2 Shit
04. Antihelden
05. Hörst Du Diese Stimmen
06. Glühbirnengesellschaft feat. Morlockk Dilemma
07. Industry is Fuckt
08. Weltanschauung feat. Tatjana
09. Damals
10. Glauben feat. Amaris
11. Drogen (Skit)
12. Kräuterslang
13. Wie konntest Du (Kai Pflaume) feat. Kamp
14. Nennt mich wie Ihr wollt
15. Generation Doomed feat. Sabac & Mortis
16. Geh Fick Dich feat. Conny Walker
17. Seht nicht hin
18. Die letzte Wahrheit
19. Generation Doomed RMX feat. Sabac & Mortis









