Culcha Candela - Das Beste
24.10.2010 von Annett Schubert
Pünktlich mit Erreichen des Platinstatus für ihr letztes Studioalbum „Schöne Neue Welt“ gönnen Culcha Candela sich und ihren Fans eine Rückschau auf neun Jahre Bandgeschichte. Beeindruckende 1,65 Mio. verkaufte Tonträger, Gold- und Platinsingles, ein Gold- und ein Platinalbum, ein #1-Hit, der im kollektiven kulturellen Gedächtnis des Landes wahrscheinlich zu den prägenden Gassenhauern der 00er Jahre zählen wird: Culcha Candela sind inzwischen Pop-Establishment und nehmen ihre Rolle als Hit-Lieferanten mit Liebe und Leidenschaft wahr. Daneben zählen sie wahrscheinlich zu den engagiertesten musikalischen Unterstützern von deutschen und globalen Charity-Projekten, insbesondere für Jugendliche: Aktionen wie Africa Rise, Action Kidz oder die UN-Millenniumkampagne sind nur einige der von Culcha
Candela mit Herzblut geförderten Hilfsprogramme.
Hits und Haltung – das gehört im Selbstverständnis der Band zusammen wie Rock und Roll. Oder wie Culcha und live, denn an kaum einem Ort fühlt sich diese Gruppe so wohl wie auf der Bühne. Weit mehr als 600 Shows in Deutschland hat die Band seit ihrer Gründung gespielt, über 52.000 Fans strömten allein zu zehn eigenen Open Airs im Sommer 2010, dazu kamen Festivals und bereits Anfang 2010 eine ausverkaufte Hallentour.
Um dem Phänomen Culcha Candela auf den Grund zu gehen, kann man die Bandhistorie recht einfach in zwei Teile teilen: Vor „Hamma!“ und danach. Denn obwohl die beiden ersten Alben „Union Verdadera“ und „Next Generation“ bereits viel von dem enthielten, was Culcha Candela heute so erfolgreich macht, waren es zu Beginn andere Aspekte, die im Vordergrund standen. Alleine die unerhörte Tatsache, dass hier Bandmitglieder mit dem kulturellem Background von vier Kontinenten zueinander gefunden hatten, machte aus einer Gruppe junger Musiker eine Art Mini-UNO mit öffentlichem Integrationsauftrag. Und so waren es folgerichtig die textlichen Inhalte, für die Culcha Candela in den ersten Jahren hauptsächlich standen: Love, Peace and Unity unter besonderer Berücksichtigung von Berliner Gegebenheiten.
Die Band selbst sah sich jedoch keineswegs nur als Projektionsfläche für Multikulti-Träume, sondern hatte auch einfach verdammt viel Spaß an Musik, Groove und gut gelauntem Partysound. So eroberte sie sich zwar ein festes Stammpublikum in der boomenden Reggae-HipHop-Crossover-Szene, wurde dieser jedoch gleichzeitig etwas unheimlich, da sie konstant die geforderten Genregrenzen in Sachen Musik und Inhalten zu ignorieren schien. Culcha Candela begeisterten bei ihren Liveshows jung und alt durch die Bank weg.
Live aufgeführt bei einem kleinen Reggaefestival im Rahmen der „Next Generation“-Tour 2006, merkte die Band, dass sie mit „Hamma!“ einen Song geschrieben hatten, bei dem die Reaktion des Publikums eine neue Qualität zu erreichen schien. Schnell wurde klar, dass „Hamma!“ die perfekte Single für das neue, dritte Album der Band sein würde. Denn einerseits war die Nummer bestens live erprobt und begeisterte die alten, treuen Fans. Andererseits schien sie auch eine neue Massentauglichkeit zu verkörpern. Als die Single von 0 auf 1 in die Charts ging, war endgültig klar, dass für die Band von nun an eine neue Zeitrechnung beginnen würde.
Mit der Erfahrung dreier Alben im Rücken machten sich Culcha Candela daran, den Erfolg ihres inzwischen vergoldeten Albums „Culcha Candela“ auch beim vierten Studioalbum zu bestätigen – eine Aufgabe, an der schon unzählige Künstler gescheitert sind. Hier aber zahlten sich die harten Lehrjahre der Band aus, die völlig unbeeindruckt von allen Erwartungen mit „Schöne Neue Welt“ ein Album vorlegte, das das Niveau seines Vorgängers nicht nur bestätigte, sondern sogar noch toppte. „Insofern ist dieses Album vielleicht falsch betitelt und sollte „Das bisher Beste“ heißen – denn man kann fast sicher sein: Das Beste kommt noch!
wilde + schneider
(VÖ: Universal Music)









