INSTRUMENT
24.05.2010 von Annett Schubert
Sagt schon der Name, dass Textpassagen wahrscheinlich eher in den Hintergrund rücken werden. Musikalisch konzentriert sich das Zusammenspiel der Band Instrument auf Improvisationskunst und Identifikationsfindung durch den Einsatz unterschiedlicher Musikstilistiken. Strukturell sind die acht Stücke des gleichnamigen Albums ähnlich. Melodien werden mit Leichtigkeit und einer angenehmen Ruhe gespielt, bis das Schlagzeug den Ton angibt und plötzlich energische Gitarrenriffs dazu stoßen – ohne jedoch die Grundmelodie außer Acht zu lassen. Als wäre es nie laut gewesen, erklingen am Ende meist wieder anmutende, sogar fast schon zuckersüße Melodien, die Sänger Bennie Benson Rademann mit Inbrunst vorträgt.
Instrument – vier Jungs aus München – weichen vom typischen „Schema F“ ab und bringen zum Ausdruck, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Enthusiastischer Post-Rock mit Reduktion auf das Wesentliche, ohne dass etwas fehlt. Schlagzeug, Bass und Gitarre perfekt kombiniert. Laut und bombastisch geben die vier Jungs ihre anmutenden Arrangements und versteckten rhythmischen Einsätze, in Songs mit popmusikalischer Struktur und Hang zum Jazz, zum Besten. Live auf jeden Fall ein Erlebnis: Lässt man sich darauf ein, dass es hier keine Mainstream-Songs zum Mitträllern gibt. Das smasht – wie man so schön sagt. Instrument sind Reduktion, Bombast, Lautstärke, Stille und vor allem eins: Klarheit.
Noch mehr Infos: www.theinstrumentvillage.com.









