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"Ich finde überhaupt nicht, dass die Texte harmloser geworden sind ..."

04.10.2010 von Annett Schubert

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Vegetarier, Anti-Alkoholiker und Nicht-Drogen-Nehmer: Gibt’s dem Klischee zufolge so etwas in der Rapszene überhaupt? CAZ liefert den Beweis und traf kürzlich im Volkshaus Wittichenau bei Hoyerswerda nach seinem Konzert den „King of Rap“ schlechthin: Kool Savas. Und wer hätte gedacht, dass der sympathische Rapper diese und andere Klischees der Szene absolut nicht bedient? Lest das nachfolgende Interview und staunt ...

 

CAZ:
Hallo Savas, wie geht’s? Gut hier in die schöne Lausitz gefunden?

Kool Savas:
Ja, war relativ problemlos. Wir sind ja mit Navi gekommen und haben uns hier auf jeden Fall schnell heimisch gefühlt.

CAZ:
Was verschlägt dich heut hier her – nach Wittichenau? Wie kam das zustande?

Kool Savas:
Ja also mein Kollege - DJ Ganji - der verbucht mich hier die ganze Zeit. Quer durch Deutschland prostituiert der mich – in allen möglichen Clubs usw. (lacht) Das hier war ja ursprünglich nur als Hosting geplant, d. h. der gute Sergej hätte aufgelegt und ich hätte dazu ein bisschen Party gemacht - hätte vielleicht eins/zwei Songs performt. Allerdings war es so: Als wir angekommen sind und die Bühne gesehen haben und auch die Erwartungshaltung der Leute, dachten wir, es ist besser, wenn wir doch eher versuchen, ein Konzert draus zu machen, damit die Leute nicht ganz so enttäuscht sind. So haben wir aber versucht, das Beste draus zu machen. Denn ein „echtes“ Konzert sieht schon anders aus: Wir haben ja eigentlich einen Lichtmann, Soundmann, Bühnenbildner und allen möglichen Hick Hack. Mein Bruder ist netterweise noch als Unterstützung gekommen - aus Berlin. Er wurde im Eiltempo hier her gebracht. Der Nissan wurde gedrückt (grinst).

CAZ:
Du heißt nicht umsonst „King of Rap“. Gibt es trotzdem Idole oder Vorbilder für dich, die dein Leben ein klein wenig mit bestimmen?

Kool Savas:
Meistens, wenn nach Idolen und Vorbildern gefragt wird, meint man ja musikalische Vorbilder. Da gibt’s natürlich schon ein paar, aber insgesamt trifft man ja immer wieder Menschen, bei denen man gewisse Tugenden und Eigenschaften sieht und deshalb werden die für mich zu Vorbildern. Das klingt jetzt vielleicht etwas kitschig: Aber in gewisser Hinsicht sind das für mich auf jeden Fall auch meine Eltern, so wie sie ihr Leben bis jetzt gelebt haben und wie sie mich auch erzogen haben – und auch meine Geschwister. Das haben sie meiner Meinung nach vorbildlich gemacht.

Auf musikalischer Seite gibt es für sehr viele Leute, die ich mag. Zum Beispiel Jamiroquai ist ein Typ, der nicht nur ein krasser Sänger, sondern auch ein ganz krasser Produzent ist und wie er die Musik fühlt... Gerade sein erstens Album hat mich irgendwie voll bewegt bewegt. Auch R. Kelly ist einfach ein musikalisches Genie – auch wenn die letzten Sachen vielleicht nicht so krass waren. Aber insgesamt ist das einfach ein krasser Typ. Und überhaupt „Dudes“, die es schaffen, über 10 bis 12 Jahre - oder noch länger - Musik zu machen und die auch für sich stehen. Man muss die auch nicht mehr vergleichen irgendwo oder einordnen. Das ist deren Sound und das ist für mich ganz wichtig - auch für meine Musik selber.

CAZ:
Seit wann bestimmt Musik dein Leben? Hat der große Rapper Savas auch mal ganz andere Musik früher gehört? Oder fing alles mit Hip Hop an?

Kool Savas:
Ich hab natürlich als Teenie auch Falco und Madonna gehört. Ich erinnere mich noch, als ich jung war: Da kam gerade Madonnas erstes Album „Like a virgin“ raus. Das hab ich auf jeden Fall auf und ab gepumpt. Überhaupt diesen ganzen 80’s Sound habe ich gemocht. Ich bin ja 1975 geboren und da war ich mitten in der Pubertät und so und das hat gut gepasst. Aber ich hab eigentlich so richtig Leidenschaft für Musik entwickelt mit Rapmusik. Davor war das so nebenbei, da lief das halt so.

CAZ:
Welche musikalischen Vorlieben hast du jetzt? Ich frag’ auch gleich mal stellvertretend für die ganzen Ladies: Hörst du auch mal was Sanftes bzw. Schnulziges oder Melancholisches oder geht bei dir ohne rauhe und fette Beats nichts?

Kool Savas:
Eigentlich hör ich super viel Schnulzen. Ich lieb – Du hast genau das Richtige gesagt – melancholische Mucke definitiv. Es gibt für mich eine Sängerin, die heißt Gaelle. Die macht wunderschöne Musik, die ich höre. Also für mich muss sich Musik eignen, um alleine im Auto zu fahren und die Landschaft zu genießen. Ich benutz’ die so, wie andere abends ihr Bierchen, weißte. Ich höre gar nicht mal so häufig Musik und wenn, dann tatsächlich im Auto. Und wenn ich sie höre, die muss mich locker machen, weißte – entspannen irgendwie. Weil ich ja selber „stressige“ Musik mache, kann ich das selbst privat nicht mehr hören. Ich power mich ja eh immer aus mit der Musik, wenn ich am Mic bin, im Studio oder auf der Bühne. Also eigentlich höre ich fast nur noch R’n’B, Soul und so alte Mucke. Und das merke ich bei all meinen Freunden: Je älter wir werden, umso älter wird auch die Musik logischerweise.

CAZ:
Gibt es für dich aktuell ein Album, das du hoch und runter hörst, ohne dass es dir auf die Nerven geht?

Kool Savas:
Hoch und runter … mmhh … lass mich ganz kurz überlegen – das ist eine schöne Frage … als ich zum Beispiel das letzte Album von Alicia Keys gehört hab - das fand ich super. Das hat mich echt gezeckt. Mein DJ – der gute Sergej – gibt mir immer wieder neue Sachen und gibt mir auch ständig Updates. Sergej hat mir auch was gebrannt vom gleichen Label, wo auch Gaelle drauf ist. Die heißt Aya. Das ist besonders gechillt und das habe ich in letzter Zeit am meisten gehört.

CAZ:
Jetzt mal zu Deinem Album: Wie kam "John Bello Story III" bei den Leuten an? Was für ein Feedback hast du dafür bekommen?

Kool Savas:
Es ist eigentlich so gewesen, wie ich es mir erhofft hab’: Dass viele Tracks auch live-tauglich sind. Das mag ich sehr. Es ist eigentlich ziemlich poppig geworden. Von dem klassischen Rapding geht es schon ziemlich weit weg. Die Sounds sind sehr modern. Auf das poppige hatten wir dieses Mal auch extremst Lust. Die Rechnung ist auch aufgegangen. Man sieht’s: Live kommen die Hooks an. So was wie „Immer wenn ich rhyme“ oder „Myspace“ – all diese Spirenzchen. Wir spielen das ja dauernd und das funktioniert sehr gut, kommt gut an. Die mögen das. Mir macht’s auch Spaß. Zum Beispiel „Technopilot“ war auf Tour eine Bereicherung, weil die Leute da Amok gelaufen sind. Ich denke, das nächste wird sich davon wieder komplett unterscheiden. Da hoff ich auch, dass es wieder ganz anders wird.

CAZ:
Wie lange dauert es, bis ein solches Album in Sack und Tüten ist? Machst du dir da selbst irgendwelche Vorgaben oder kommt es wie es kommt?

Kool Savas:
Es liegt immer daran, wie viel Freiraum und Zeit man mir lässt. Das ist das Wichtigste. Also wenn die Jungs es schaffen, mir keine Termine rein zu drücken und wenn man einen guten Arbeitsfluss hat und ein gutes Team – dann ist das alles, worauf es ankommt! Bei mir zum Beispiel ist es so: Je besser die Atmosphäre ist, umso schneller werde ich kreativ und umso mehr Bock habe ich, kreativ zu werden. Je weniger Termine ich hab, umso besser kann ich in einem Flow arbeiten. Man kann theoretisch in einem Monat so ein Album fertig stellen, wenn alles stimmt. Zumindest den ganzen kreativen Teil kann man fertig machen und davor Null haben.

Bei John Bello III wusste ich überhaupt nicht, was wir machen. Mit Mel und Bass, die ja zusammen das ganze Album überwiegend produziert haben, habe ich ungefähr so geredet, wo es hingehen könnte – im Sinne von Beats so … weißte ... eben was mir persönlich gefällt. Ich hab’ denen so Beispiele geschickt, was mir persönlich gefällt. Die haben das nicht nachgebaut oder so, aber haben sich schon von dem Vibe beeinflussen lassen. Aber ich hab dann auch gesagt, ich will es schon relativ locker flockig – keine total schiefen Dinger und komplizierte Arrangements. Ja also ich denke, in einem Monat kann man tatsächlich ein Album machen. Aber da muss alles stimmen! Ein Album kann auch ein Jahr dauern. Zusammenarbeit ist das A&O. Mit guten Leuten um Dich rum funktioniert das. Man muss einfach mit Profis arbeiten.

CAZ:
Woher kommt der Input für die Songs?

Kool Savas:
Immer unterbewusst. Von dem Kram, den ich natürlich auch höre, aber unter dem Strich mach ich mir jetzt noch nicht mal mehr Gedanken. Also wie gesagt, früher habe ich mir echt viele Gedanken gemacht, so nach dem Motto: Was will ich denn, wie soll das klingen? Jetzt ist mir das einfach scheiß egal. Es kommt vor, dass ich Hooks schreibe und mir die ganze Zeit denke, irgendwo musst Du das geklaut haben, weil es mir einfach bekannt vorkommt. Und ich wette, das es bei jedem Musiker so ist, dass er sich Fragmente immer zusammen klaut, ohne dass er das weiß. Das ist ja kein bewusstes Stehlen oder so. Irgendwo ist es abgespeichert, dann wird es irgendwann mal abgerufen und dann fließt das da mit ein. Der Vibe ist aber der wichtigste Input. Wenn ich da eine grüne Wiese hab, Berge und eine gechillte Atmo, leckeres Essen usw., dann reicht das für mich, um glücklich zu sein.

CAZ:
Welcher Track auf "John Bello Story III" ist dein Favourite?

Kool Savas:
Ich würde sagen, unter dem Strich ist es „Immer wenn ich rhyme“, weil ich auf die Hook sehr stolz bin. Ich hab die geschrieben und ich mag die Melodie und alles. Aber „Tribut“ mag ich auch sehr. „Tribut“ perform’ ich live aber gar nicht so gern, weil der ziemlich anstrengend ist.
(Savas fragt mich, was ich dachte, welcher es ist. Ich tippte auch auf „Immer wenn ich rhyme“)

CAZ:
Wo wurden die Tracks aufgenommen? Und wie lange brauchte es?

Kool Savas:
Wir haben die tatsächlich in Paderborn aufgenommen. In so einem Studio – Cup of Music heißt es – und wir haben das Studio für uns eingenommen. Den Inhaber und die, die da eigentlich arbeiten, haben wir sozusagen entlassen für diesen Zeitraum und haben dann das Studio übernommen und es war OK. Aber es hat nicht alles so einfach funktioniert, weil wir viele Probleme mit dem Sound hatten und so. Dieses Mal sind wir aktuell schon in der Recording-Phase zu MMS – das steht für meine langjährige Produzentin Mel, den Sänger Moe und Savas – zu dem Album R’n’B meets Hip Hop, was weiß ich. Jetzt sind wir zum Beispiel in einem Bauernhaus im Süden in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber  und da haben wir ganz viel Wiese, das Bauernhaus mit zwei Stockwerken. Jeder hat sein Zimmerchen und dann haben wir zwei Kamine und so ein Scheiß. Tatsächlich steht auch ein Pferd vor der Tür. Das ist total gechillt.

CAZ:
Würdest du sagen, dass deine Texte harmloser geworden sind und wenn ja, woran liegt das? Ist es damit einfacher, eine noch breitere Masse zu erreichen?

Kool Savas:
Ich denke nicht eine Sekunde drüber nach. Wenn wir was Geiles haben, sag ich: Ey geiles Ding, das werden die mitsingen, das sollten wir als Single machen. Aber ich setz mich nie davor hin und sage: Jetzt brauchen wir das massentauglichste Teil, das wir je gemacht haben. So wie „Immer wenn ich rhyme“, das ist ja eine Ode an die Rapmusik. Das ist ja fast schon ein Liebestrack für Rap. Wenn man den damals schon raus gebracht hätte als Single, wäre das bestimmt mein kommerziell erfolgreichster Song geworden – so wie die Resonanz auf den Track war. Ich finde aber überhaupt nicht, dass die Texte harmloser geworden sind. Ich merke, dass ich mir in gewisser Art und Weise mehr Mühe gebe. Naja obwohl man das nicht so vergleichen kann. Damals war’s einfach so: Ich hab viel weniger Themen behandelt, viel limitierter und mein Hauptfokus lag auf einfachen Vergleichen und absurden Sachen, dass die Leute auch schon noch feiern können. Jetzt denke ich, dass es schon sehr viel vielfältiger ist. Mir persönlich gefällt es jetzt besser. Das ist immer so. Komischerweise gibt es ja keinen Musiker, der sagt: Ich fand doch damals schon meine Sachen geiler. Man verändert sich ja auch und wenn das nicht so wäre, würde es ja völlig entgegen der Natur sein. Wenn man bei vier/fünf Alben immer das Gleiche machen würde, zeugt es ja davon, dass man schon stumpf ist. Ich bin auch viel zu sprunghaft, um meinen Kram in irgendeiner Form zu wiederholen.

CAZ:
Wie schreibst du deine Texte? Brauchst du dafür irgendwelche kreativen Orte oder kann das überall passieren?

Kool Savas:
Das kann überall sein. Aber wie gesagt, die Stimmung muss da sein. Früher war es so, dass ich ständig unter Stress geschrieben habe, weil ich natürlich Alltagsprobleme noch und nöcher hatte. Jetzt ist es so, dass ich mich nicht hinsetze in solchen Situationen, wo ich Stress habe. Ich trenn’ das schon. Da fühl ich mich am wohlsten, wenn ich gerade gar nix im Kopf haben muss und die Zeit endlos ist. Man kann sein Ding machen. Da nehm’ ich mir dann die Freiheit, einfach dann kreativ zu werden, wenn ich mich gerade richtig fit und so fühle.

CAZ:
Was ist eigentlich ein Bello? Wie wird man ein richtiger Bello?

Kool Savas:
Die Frage hab ich wirklich schon zu oft beantwortet! (Ich: Ja, ich weiß, aber es muss an dieser Stelle sein ... lach ...) Unterm Strich ist die Bello-Phase ja eigentlich zu Ende, aber ein Bello ist einfach jemand, der den Irrsinn raus lässt und der sich nicht schämt, er selbst zu sein.

CAZ:
Du bist ja Rapper durch und durch. Wie wichtig ist es dir, das Image auch zu leben bzw. zu verkörpern?

Kool Savas:
Die meisten Dinge, die ich getan habe, waren immer entgegen dem Image, was man eigentlich von einem Rapper hat. Die Leute haben alle geschworen, dass ich kiffe. Alle konnten bei den Interviews immer nicht glauben, dass ich Nichtkiffer bin, dass ich kein Alkohol trinke, dass ich keine Tiere esse ... Das ist für die Leute immer strange. Ich glaube, ich bin eher ein untypischer Rapper.

CAZ:
Du hattest schon so viele Namen und Bezeichnungen – quasi bist du schon eine Marke! Du könntest dich glaub ich sonstwie nennen, aber die Leute würden dich immer noch erkennen, wenn sie deine Tracks auf die Lauscher kriegen. Gibt dir das ein Gefühl von Macht, Stolz und Ruhm? Oder interessiert dich das eher weniger, wie du als größter MC überhaupt verehrt wirst?

Kool Savas:
Ganz ehrlich: Das geht mir so unglaublich am Arsch vorbei. Das ist mir so egal! Ich mag es, respektiert zu werden, weil ich auch andere respektiere. Ich mag es, respektvoll behandelt zu werden, weil ich es insgesamt schön finde, wenn Leute höflich sind. Ich finde es auch prinzipiell gut, wenn jemand etwas Gutes macht, dann auch die Bestätigung zu geben und zu sagen, das hast du geil gemacht! Ruhm??... Na es gab tatsächlich Situationen, wo ich es gut für mich verwenden konnte, wo ich es zwar nicht ausgenutzt habe, aber wo man merkt – gerade bei oberflächlichen Leuten – dass man da weiter kommen kann. Allein schon bei ganz banalen Sachen, wie Wohnungssuche oder Autokauf, wo man Vorteile draus ziehen kann - da könnt ich sofort drauf verzichten! Das interessiert mich überhaupt nicht und das fühlt sich auch nicht gut an, weißte.

CAZ:
Man hört überall, dass du ein auf dem Boden geblieben bist und ein sehr offener, ehrlicher Typ bist, der auch mal Spaß versteht – also nicht so unnahbar wie andere deiner Kollegen. Ist dir das wichtig? Gerade dann gehen dir doch noch viel mehr Leute auf den Sack, oder?

Kool Savas:
Das Ding ist einfach, dass ich selber merke, wie unangenehm es mir ist, wenn andere Leute sich so einen Film schieben. Es ist tatsächlich so, dass es Momente und Situationen gibt, wo man sich so eine Mauer aufbaut. Ein großes Problem ist, dass viele Leute nicht wissen, wo Schluss ist – sie sehen die Grenze einfach nicht. Wenn ich da liege und müde bin, dann ist es das Letzte, was ich will, wenn da einer kommt und einen voll sülzt. Das macht man ja normalerweise auch nicht oder im Bus, wenn da einer gerade aus dem Fenster starrt, gehst du ja auch nicht hin und fängst den an, zuzulabern. Das ist halt das Ding, dass viele Leute einfach kein Feingefühl haben. Oder auch, wenn ich im Club bin: Diese Hostings mag ich deshalb nicht so, weil die Leute im Club das Gefühl haben, dass – in dem Moment, wo sie Eintritt bezahlt haben – du ihnen gehörst. Aber ich gehöre denen nicht. Und ich zwing die ja auch nicht auf einen Film, wo ich gerade bin. Man kann sich annähern und signalisieren: Hey, ich bin interessiert an einem Gespräch ... Gerade bei solchen privaten Sachen, wenn ich einkaufen bin, in einem Restaurant oder mit meiner Freundin unterwegs – da bin ich dann wirklich ignorant: Da kann einer mich fünf Minuten angucken, aber ich würdige den nicht eines Blickes, weil ich mir sage, auf diese Art und Weise sowieso nicht. Wenn einer kommt und Paparazzi-Fotos macht, das geht für mich gar nicht klar. Meine Freundin hat da nichts verloren.

CAZ:
Anderes Thema: Mal Hand aufs Herz – und das interessiert glaub ich eine Menge Leute da draußen – rauchst du ab und zu mal einen, wenn es auch nur der Kreativität dient? Oder bist du gegen den Konsum von Cannabis? Schließlich hast du ja bei dieser Anti-Cannabis-Kampagne CanNObis des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg mitgemacht.

Kool Savas:
Nein, ich kiffe nicht – ich kiffe nie! Ich hab mit vierzehn zwei oder drei Mal gekifft. Das war aber nicht mein Ding und seitdem hab ich nie wieder einen Joint angefasst. Ich bin absoluter Nicht-Drogen-Nehmer!

CAZ:
Bleibt die John Bello Story eine Trilogie oder gibt es in irgend einer Art und Weise noch eine Fortsetzung? Wenn ja, in welche Richtung wird diese dann gehen? Ich meine, dein Leben ist ja noch nicht vorbei, da kommt ja noch bisschen was ;) Wird es eine Weile dauern, bis wir wieder was Neues von dir hören oder ist da schon was in Arbeit?

Kool Savas:
Ja, bleibt es. Dieses Thema haben wir komplett beendet für uns. Es gibt genug neue Sachen. Das nächste ist ja – wie schon erwähnt – MMS. Wir nehmen es ja grad auf. Ich glaub, es wird ganz lustig und genau das Richtige für die Leute sein, die offen sind und Bock auf gechillte Musik haben.

CAZ:
Stell’ dir vor, du würdest ein Studium beginnen - für welche Richtung würdest du dich entscheiden?

Kool Savas:
Unter logischen Gesichtspunkten wahrscheinlich für BWL oder International Management. Jura würde auch noch in Frage kommen. Politik würde mich auch interessieren. Ich würde jedem empfehlen, zu studieren und parallel dazu eine handwerkliche Ausbildung zu machen, wie z. B. Zimmermann.

CAZ:
Ok. Ich danke dir sehr, Savas, dass du mir deine Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt hast!

Kool Savas:
Dank dir.

CAZ:

Und nun bin ich wieder Groupie – gib mir bitte ein Autogramm :)

Kool Savas:
Kein Thema, mach ich doch gern ...

 

Wenn ihr mehr über den "King of Rap" erfahren möchtet, klickt doch einfach hier: www.koolsavas.de

 

(Fotos: DjSega)

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