Skunk Anansie - Wonderlustre
17.09.2010 von Annett Schubert
Wow! Das fällt mir als erstes bei der mächtigen Stimmgewalt dieser Frau ein: Deborah Anne Dyer – auch „Skin“ genannt wegen ihres kahlen Kopfes, der zum Markenzeichen der Sängerin von Skunk Anansie wurde. Sie ist bekannt für ihre einzigartige, rauchige Gesangstechnik und die Feinfühligkeit in jedem einzelnen Ton. Lange war es still um die britische Band, die 1994 von der „schwarzen, glatzköpfigen, bisexuellen Amazone“ – wie sie sich selbst bezeichnet – gegründet wurde. Einordnen lässt sich die Musik von Skunk Anansie in die Sparte Alternative Rock. In den Songs werden politische Themen wie Rassismus, Wohlstandsdenken und die Andersartigkeit bezüglich Lebensformen betont.
Die Alben der „Skunkz“ wurden weltweit einige Millionen mal verkauft. In Deutschland gab es zahlreiche Live-Auftritte, u. a. bei Rock am Ring, dem Bizarre-Festival oder im Rockpalast. Der ausgekoppelte Titel „Hedonism (Just Because You Feel Good)“ vom Album „Stoosh“ (jamaikanisch: „stinkfein“,1996) schlug in Europa ein wie eine Bombe. Seitdem kannte auch das Mainstream-Publikum die Band.
Nach dem letzten Album „Smashes And Trashes“ (Best-of-Album mit drei neuen Tracks, 2009) ist nun die neue Scheibe „Wonderlustre“ draußen. Neuorientierung aller ursprünglicher Mitglieder wird dabei ganz groß geschrieben. Skunk Anansie wären aber nicht die „Skunkz“ (Spitzname in England), wenn die düstere Note fehlen würde, der auf „Wonderlustre“ wunderschöne, melodische Elemente entgegen gesetzt werden. Ein ganz neuer Sound. Jeder einzelne Track hat seine eigene Persönlichkeit und strotzt nur so von Kraft und Energie, wie z. B. „It Doesn’t Matter“. Ein Wahnsinns-Song, druckvoll und stimmgewaltig! Ebenso der Opener „God Loves Only You“, „You’re Too Expensive For Me“ und „Feeling The Itch“: Laut mit vielen Schlagzeug-Einlagen und einfach nur zum Abgehen gemacht. „You Saved Me“, “Talk Too Much” und „I Will Stay But You Should Leave” sind eher etwas ruhiger und melancholischer, aber kommen dennoch engergiegeladen rüber. Stark, leidenschaftlich und emotional ist das neue Album einer Band, die sich seit über 15 Jahren treu geblieben ist. Skin sagt zur Entstehung von „Wonderlustre“: „Dieses Platte hat ihre ganz eigene Stimmung – so muss es nach elf Jahren ja auch sein. Als wir uns zu den Proben trafen, stellten wir sofort fest, dass die alte Bandchemie unzerstörbar ist und wir ohne viel Zirkus sofort auf den Punkt gekommen sind.“
Also am besten mal die Scheibe besorgen, reinhören und abgehen! Und hier noch eine absolut wichtige Info für eingefleischte „Skunkz“-Fans: Am 19. Februar 2011 spielt die Band im Alten Schlachthof in Dresden. Na dann los und die Tickets am besten jetzt schon sichern!
Und wenn sich viele auch die Frage stellen: Was bedeutet denn eigentlich „Anansi“? Hier eine kurze Erklärung: Dies ist ein Fabelwesen aus der westafrikanischen Mythologie – auch Spinne genannt.
Und noch viel viel mehr Infos gibt’s im Netz unter www.skunkanansie.net.
VÖ: 10. September 2010 (ear MUSIC/ Edel)









