Suralin - Leda
11.02.2011 von Annett Schubert
Ein Jahr nach einer Bandgründung schon das erste Album zu
veröffentlichen, ist eine reife Leistung! Das schaffte die vierköpfige Band
Suralin mit ihrem Erstlingswerk „Leda“. Für alle, die sich mit der griechischen
Mythologie nicht so gut auskennen: Leda war die Frau, die von Zeus in der
Gestalt eines Schwans verführt wurde.
Alles ist immer irgendwie gegensätzlich und hat demnach zwei Pole. Ästhetisch gesehen lässt sich das auch auf die musikalische Komponente von Suralin übertragen. Die Verknüpfung zweier Dekaden – von Alt und Neu – steht hier im Vordergrund. Es wird sozusagen eine Brücke zwischen Bands wie Gang of Four oder den frühen Sonic Youth zu jetzigen Bands wie Interpol oder Bloc Party geschlagen. Eine minimalistische Mischung ist ein auffälliges Merkmal von den Musikern aus Hohenstein-Ernstthal und Chemnitz. Man nehme zwei Gitarren, einen Bass, ein Schlagzeug, dazu noch ein bis zeitweise zwei Stimmen und schon kommen die neun „Episoden“ auf dem Debüt postpunkig, rockig und „zackig kantig“ daher.
Aber was hat jetzt eigentlich die bunte Knetmasse – Suralin – mit all dem hier zu tun? Was haben die Jungs studiert/gelernt und welche Bühnen würden sie ganz gerne mal rocken? Suralin stehen Euch Rede und Antwort im unten stehenden Intgerview. So viel kann ich euch jetzt schon mal verraten: Am 26. Februar gibt es Suralin im AJZ in Chemnitz live auf die Ohren. Euer Semesterticket bringt euch ganz bequem mit’m Zug hin, wenn ihr wollt ;)
Noch mehr erfahrt ihr auf Facebook oder unter www.myspace.com/suralinmusik.
CAZ-Interview mit Suralin:
CAZ:
Hallo Suralin. Stellt euch den CAZ-Lesern doch mal vor:
Wer steckt hinter der Band Suralin? Wo kommt ihr her? Wie seid ihr zur Musik gekommen und wie lange spielt ihr schon in dieser Formation?
Suralin:
Matthias Vogel – Bass
Steve Lößner – Schlagzeug
Toni Fiegert – Gitarre, Stimme
Alexander Warnke – Gitarre, Gesang
Wir sind teilweise aus Chemnitz u. Hohenstein-Ernstthal. Wir spielten alle schon in anderen Bands vor Suralin (Radar, Enny75, Hikikomori, Sulky Child). In der Formation sind wir knapp zwei Jahre zusammen.
CAZ:
Was und wo habt ihr studiert bzw. gelernt? Etwas Künstlerisches oder geht es in eine ganz andere Richtung?
Suralin:
Das ist ganz unterschiedlich: Vom Medien- oder Politikstudenten bis hin zum LKW-Fahrer und Bühnentechniker.
CAZ:
Kommen wir gleich mal zu Eurem Bandnamen. Suralin bezeichnet ja eigentlich eine bunte Knetmasse. Ist Eure Musik genauso verformbar wie diese Knete? Oder wollt ihr damit ausdrücken, dass ihr noch formbar seid und euren Stil mit jedem Album z. B. neu definieren wollt?
Suralin:
Also der Name spiegelt auf jeden Fall die Vielseitigkeit unserer Songs wider. Aber der Ursprung war der, dass wir diesmal die Knetmasse auch in den Ofen legen zum Aushärten.
Sprich: Unser Ziel ist der direkte Output.
CAZ:
Euer aktuelles Album heißt “Leda” und trägt denselben Namen wie die Frau, die – der griechischen Mythologie nach – von Zeus in der Gestalt eines Schwans verführt und geschwängert wurde. Wie genau ist Euch diese Idee gekommen? Wer von Euch hatte denn bei der Umsetzung des Covers die künstlerische Ader?
Suralin:
Die Covergestaltung übernahm Sylvia Weber, die Freundin unseres Gitarristen Toni. Die Idee kam beim Schreiben der Texte. Diese Geschichte hat echt eine Anziehungskraft-abgefahrener Stoff!! Irgendwie passte diese Tarnung von Zeus auch gut zu unserer Musik: Von außen schlicht und schön und innen aber auch durchaus stoisch und unberechenbar.
CAZ:
Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet, bis ihr gesagt habt: Fertig!
Suralin:
Gute Frage ;) Also aufgenommen haben wir das Album in zwei Tagen. Außer der Gesang: Der wurde später ergänzt. Dann haben wir mit Nico Lindner zusammen das Album gemischt und es wurde von Magnet Mastering gemastert (insgesamt etwa 6 Wochen). Was die Songs angeht: Wir haben uns eine Deadline gesetzt und gesagt bis zu dem Tag ist das Album fertig. Das war etwa knapp ein Jahr nach der Gründung.
CAZ:
Wie bezeichnet ihr selbst euren Stil, welche Einflüsse bringt ihr in eurer Musik unter?
Suralin:
Wie immer schwierig: postpunk, postrock, indie. Also unsere eigenen Einflüße sind sehr unterschiedlich. Da gibt es auch kein Schema. Außer vielleicht: Weniger ist mehr!
CAZ:
Habt ihr musikalische Vorbilder? Ich meine, wo holt ihr euren Input her?
Suralin:
Vorbilder haben wir so direkt als Band nicht. Wir lassen uns von ganz verschieden Richtungen beeinflußen: z. B. Elektronik, Postpunk, Noise- und Postrock, Indie, HipHop, Soul – eigentlich wirklich alles Mögliche.
CAZ:
Wo soll es mal hin gehen? Welche großen Bühnen wollt ihr am liebsten mal rocken?
Suralin:
Das Dresdener Campus Festival z. B. … das wäre mal was!!“
Aber da gibt es so einige Bühnen die wir gerne mal noch erreichen möchten.
CAZ:
Ich habe auf Eurer Facebook-Seite gelesen, dass ein zweites Album geplant ist? Wann wird es erscheinen und welche Richtung schlägt es ein? Wird es ganz anders geknetet oder behält der eigentliche Grundstil seine Form?
Suralin:
Richtig. Das neue Album ist für den frühen Herbst 2011 geplant, zumindest der Release. Die Aufnahmen beginnen jetzt Ende März. Also ich glaube der Stil der Band bleibt erkennbar. Aber das Album wird insgesamt konkreter. Noch weniger Schnörkel bzw. unnötiger Schmuck. Simpel aber schräg werden die Songs. Auch Überraschungsmomente wird es auf dem zweiten Album mehr geben.
CAZ:
Wo kann man euch denn demnächst live erleben?
Suralin:
Am 26.2.2011 im AJZ Chemnitz mit The Grand Opening.
CAZ:
Vielen Dank für das sympathische Gespräch und viel Erfolg weiterhin :)









