The Chemical Brothers - Further
18.06.2010 von Annett Schubert
Beim Einlegen der CD denkt man zuerst, irgendwas stimmt mit dem Player nicht. Übt man sich in Geduld und lauscht den eigenartigen Tönen, die einer Netzsuche oder Störsignalen vom Handy ähneln, wird man in ein elektronisches Tonerlebnis der Chemical Brothers katapultiert. So, wie wir sie kennen. Nur noch ein bisschen krasser.

Bei ihrem siebten Studioalbum „Further“ (VÖ: 11. Juni) geht das englische Duo – bestehend aus Tom Rowlands und Ed Simons, diesmal wirklich an seine äußerste Grenze. Bei den ohnehin schon sehr psychedelischen Sounds tun sich in den acht Stücken, zu denen jeweils ein passender Film produziert wurde, ungeahnte Möglichkeiten auf. Endlose skurrile Passagen mit zig verschiedenen Klangbildern wie Pferdegewieher (der Track dazu nennt sich passend „Horse Power“) kombiniert mit Gesangsfetzen und Stimm-Samples schicken auf eine Reise quer durch 40 Jahre elektronische Geräusche.
Mit „Further“ haben die Chemical Brothers – neben Fatboy Slim oder The Prodigy – als Pioniere des Big Beats was großes Ganzes geschaffen, was sich abhebt von der Masse: Innovativ, Individuell und zwischendurch auch mal ein bisschen harmonisch - aber vor allem richtig temperamentvoll! Beim vertieften Hören verfehlt man schnell die Übergänge zum nächsten Stück, da diese einfach aneinander gereiht werden – ohne Bruch. Wird der Zeitfaktor der einzelnen Stücke beachtet, bricht der wuchtige Track „Escape Velocity“ im 90er Trance- und Technostil mit fast 12 Minuten den Längenrekord des Albums!









