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Aus für die TU-Musikwissenschaften?

Musikwissenschaft an der TU Dresden
Friederike Wißmann und Wolfgang Mende

Worum geht's? TU Dresden, Musikwissenschaft, Martin Rohrmeier, Friederike Wißmann

MuWi-Studenten und Lehrkräfte kämpfen um ihre Fakultät, die es in ihrer bisherigen Form so nicht mehr geben soll. Professoren und Mitarbeiter glauben jedoch an das Potenzial.

Die Musikwissenschaft der TU hat seit ihrer Einrichtung kurz nach der Wende steigende Bewerberzahlen zu verzeichnen. Nun scheint der Erfolgskurs aber abzubrechen. Die Vertretungsprofessorin Dr. Friederike Wißmann und Dr. Wolfgang Mende (Foto) verwalten im Moment eine ungünstige Konstellation. Nachdem der Open-Topic-Professor Martin Rohrmeier einem Ruf ins schweizerische Lausanne gefolgt ist, konnten der Bachelor- und Masterstudiengang an der Dresdner TU nicht mehr gehalten werden.

An der Stelle lohnt es, kurz in die Geschichte der Musikwissenschaft an der TU Dresden zu blicken: Die nach der Wende eingerichtete historische Musikwissenschaft hat das Bildungsprofil und die musikalische Szene der Stadt Dresden seit vielen Jahren geprägt.

Durch den Ruf von Prof. Martin Rohrmeier erhielt das Fach eine neue Ausrichtung. Hinzu kam die systematische Musikwissenschaft mit Forschungsschwerpunkten in der Kognitionsforschung. In den vergangenen Jahren erhielt die Fakultät mehr Bewerbungen aus aller Welt denn je – junge und kluge Köpfe aus China, Iran, Brasilien und vielen weiteren Ländern wollen an der TU Musikwissenshaft studieren. Dies zeigt, dass das Fach, auch durch die Exzellenzinitiative unterstützt, ein besonderes Profil aufgebaut hat. Nur zehn Open-Topic-Professuren wurden an der TU im Zuge der Exzellenzinitiative eingerichtet, und eine davon ging an die Musikwissenschaft. Den Weggang Rohrmeiers bedauern seine Kolleginnen und Kollegen sehr. Doch wechseln nicht alle Mitarbeiter nach Lausanne; es verbleibt mit ihnen ein Potenzial an Wissen und vor allem das neu eingerichtete Soundlabor an der TU Dresden. Mit über die Fächergrenzen hinausreichenden Projekten haben die Studenten und Dozenten des Instituts stets neue Impulse und Akzente gesetzt, um den Diskurs um Musik und Musikwissenschaft nicht nur in Dresden zu bereichern. 

Seit dem 1. April vertritt Dr. Friederike Wißmann die Professur für Historische Musikwissenschaft. „Wir sehen an diesem Standort Potenzial und denken, dass die Musikwissenschaft in Dresden wichtig ist“, erklärt sie. „Die Stadt bewirbt sich als Kulturhauptstadt und hat sich schon immer durch ihre Klangvielfalt – zwischen Staatskapelle und Sound-Installationen - neu erfunden.“

In den innovativen Ideen sieht sie, ebenso wie Dr. Wolfgang Mende, der seit 17 Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter vor Ort lehrt und forscht, die Zukunft der Musikwissenschaft an der TU. „Wir versuchen interdisziplinäre Forschungsprofile zu entwickeln, um Forschungsprojekte wie solche um das Tonstudio aufzubauen“, erklären die beiden.

Friederike Wißmann erläutert: „Jede Krise birgt ja auch eine Chance. Diese Krise ist für uns sehr hart, weil sie etwas Endgültiges in sich trägt. Aber gleichzeitig sehen wir das Potenzial, uns neu positionieren zu können. Wir wollen nicht nur den Auszug verwalten, sondern werden uns für die Musikwissenschaft in Dresden in Kooperation mit der Hochschule, der SLUB und den benachbarten Fächern innerhalb der TU weiterhin engagieren.“

Die Diskussionen um die neuen Ideen laufen, die Studenten setzen sich im Moment mit dafür ein, dass zumindest der Master beendet werden kann. „Immerhin sind wir ja auch noch bis zum Schluss vor Ort“, so Friederike Wißmann weiter. Studenten wie Lehrkräfte kämpfen aber auch für den Erhalt der Fakultät im gesamten, mit allen laufenden Projekten wie dem Tonstudio.

In den kommenden Wochen stehen dann nach weiteren Gesprächen die nächsten Entscheidungen und Neuigkeiten an.

Text und Foto: Marion N. Fiedler

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