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Auslandsjahr: Einmal England und zurück

Felix Müller als Erasmus-Student in Manchester
Nur echt mit Doktorhut: Felix als Erasmus-Student in Manchester

Worum geht's? England, Manchester, Erasmus, Auslands-BAföG, Brexit

Felix Müller hat bereits ein Jahr im englischen Manchester studiert. Für die CAZ schreibt er über die schwierige Wohnungssuche, gelungene Prüfungen und den Brexit.

In zwei Wochen steige ich wieder in den Flieger. Es wird das zweite Mal sein, dass ich Deutschland verlasse, um in England ein Studium abzuschließen. Dieses Mal fühlt es sich schon routinierter und weniger hektisch an. Letztes Jahr Mitte September bin ich nach Manchester geflogen, um das von meinem Studienverlauf vorgesehene Auslandsjahr zu absolvieren. Dabei handelte es sich im Bachelor in International Business and Management um mein viertes Studienjahr, sozusagen das final year on Erasmus.

Deshalb konnte ich auch an der Graduation Ceremony teilnehmen und mit meinen britischen und internationalen Mitstudenten am Ende der Zeremonie die Kappe schmeißen. Die Ungewissheit, was mich erwarten wird, hält sich logischerweise dieses Jahr eher in Grenzen. Auch dadurch, dass die Mehrheitsentscheidung zugunsten des Brexit über ein Jahr her ist und die Verantwortlichen sich immer noch durch abertausende Vorschriften quälen müssen, bleiben die Grenzmobilität und alle anderen europäischen Vorzüge wie sie sind.

Ungewiss bleibt aber, wie es in einem Jahr aussehen mag. Ob England dann immer noch Partner des Erasmus-Programms ist? Dank Erasmus habe ich in den letzten beiden Semestern in Manchester viele neue Freunde aus ganz Europa gefunden. Eigens für uns gab es am Anfang verschiedene Kennenlern- und Vorbereitungsveranstaltungen. Zudem galten die Erasmus-Partys als die besten unter Studenten. Sicher aufgrund des europäischen Flairs, der weitere internationale Studenten gelockt hat. Besonders aus Südamerika und China.

Bevor es zum ersten Mal nach England ging, hatten alle ein wenig die Sorge, dass der Anspruch zu hoch sein könnte und unser Sprachlevel zu niedrig. Doch unser Studiengangkoordinator hat uns beruhigt, dass wir uns nicht verstecken brauchen und wir notentechnisch eher in der oberen Hälfte mitschwimmen werden. So war es dann auch. Meine deutschen Mitstudenten haben alle super Noten erreicht. Im ersten Semester galt es, nur Hausarbeiten zu schreiben, die im Vergleich zu Deutschland mit im Schnitt 3000 Wörtern auch eher gering ausfallen. Im zweiten Semester wurden nur Klausuren geschrieben. Auch mit diesen Ergebnissen waren wir alle zufrieden, auch wenn sie vergleichsweise etwas schwächer waren als im vorigen Semester. Aber das galt auch für die Engländer.

Eine weitere Herausforderung war es, eine passende Unterkunft zu finden. Oft ist es so, dass neue Studenten, First Years oder auch Freshers genannt, in Student Halls unterkommen. Student Halls zeichnen sich durch direkte Nähe zum Campus aus und erleichtern den Kontakt zu Mitstudenten. Student Halls sind aber auch verhältnismäßig teuer, dafür dass man in der Regel über ein kleines Zimmer verfügt und sich Küche und je nachdem auch Bad mit meist mindestens drei Weiteren teilen muss. Hier in Manchester kostet solch ein Zimmer im Schnitt mehr als 100 Euro die Woche. Man kommt aber deutlich günstiger weg, wenn man sich mit Freunden zusammentut und auf eigene Faust auf Wohnungssuche geht. So habe ich mit fünf weiteren Freunden ein bisschen mehr abseits der Uni, aber um einiges komfortabler gewohnt. Und vor allem günstiger.

Mein Fazit: Ohne Zweifel habe ich dieses Auslandsjahr sehr genossen, das mir viele neue Freundschaften und einen neuen Grad an Eigenständigkeit beschert hat. Auch meinen Bachelorabschluss hat es positiv beeinflusst. Nicht zu vergessen meine Englischkenntnisse. Gestärkt durch diese Erfahrung, gehe ich nun den Master, der lediglich ein Jahr dauern wird, ebenfalls an der Manchester Metropolitan University (MMU) an. Da ich als Masterstudent leider keinen Anspruch auf Erasmus-Gelder habe, habe ich anderweitig versucht die hohen Studiengebühren abzufedern. Im Juli habe ich Auslands-BAföG beantragt und mich auf zwei Stipendien des DAAD beworben. Aufgrund der Kürze der Zeit und der Höhe der Kosten des Masters habe ich mir für diesen Englandaufenthalt fest vorgenommen, dem Studium oberste Priorität zu geben. Wenn das mal keine studentische Worthülse ist.

Text: Felix Müller
Foto: privat

Jetzt seid ihr dran: Habt ihr ein tolles Projekt, das ihr gerne in der CAZ vorstellen wollt? Oder gibt es Probleme an der Uni? Über welche Campusthemen sollen wir in der CAZ berichten? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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