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Campus Navigator erfolgreich beim Bundesteilhabepreis

Campus Navigator erfolgreich beim Bundesteilhabepreis

Worum geht's? TU Dresden, Inklusion, Barrierefreiheit, Nahverkehr, Bundesteilhabepreis

Das Projekt „Campus Navigator“ der TU Dresden hat den dritten Platz beim Bundesteilhabepreis gewonnen. Platz eins ging an die Dresdner Verkehrsbetriebe mit dem Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen.

Gleich zwei Mannschaften aus Dresden führen die Bundesliga an – die Inklusions-Bundesliga. Im Rahmen der Inklusionstage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurde der Bundesteilhabepreis überreicht.

Campus Navigator

Platz Drei ging an den Campus Navigator der Technischen Universität Dresden. Der Campus Navigator ist ein webbasiertes, mobiles, aktuelles, barrierefreies Leit-, Orientierungs- und Informationssystem der TU Dresden. Es umfasst interaktive Lage- und Etagenpläne insbesondere mit Informationen zur Barrierefreiheit der Gebäude, Lehrräume und des Campus. Außerdem beinhaltet es ein Routingsystem für blinde und/oder mobilitätseingeschränkte Menschen sowie ein innovatives, digitales Beschilderungssystem zur audiovisuellen Information.

Echte Kooperation

Neben der browserbasierten Variante stehen Apps für Android und iOS zur Verfügung. Das System ist derzeit in acht Sprachen verfügbar und diesbezüglich modular erweiterbar. Der Campus Navigator wurde am Fakultätsrechenzentrum der Fakultät Bauingenieurwesen der TUD entwickelt. „Es freut mich besonders, dass dieses, an der Fakultät Bauingenieurwesen initiierte und in Kooperation mit Verwaltung und wissenschaftlichen Einrichtungen der TU Dresden durchgeführte Projekt, auch außerhalb der Universität, z.B. durch Zusammenarbeit mit dem Dresdner Universitätsklinikum, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und der Landeshauptstadt Dresden auf die Gesellschaft ausstrahlt“, fasst Projektleiter Prof. Uwe Reuter zusammen.

Sowohl mobilitätseingeschränkte als auch blinde Menschen waren im Rahmen der Entwicklungsarbeiten (z.B. des Routingsystems, des digitalen Beschilderungssystems, der Informationsseiten zur Barrierefreiheit) des Campus Navigator beratend und evaluierend beteiligt. Zukünftig könnte der Campus Navigator für den gesamten Wissenschaftsstandort Dresden erweitert werden, um z.B. allen DRESDEN-concept-Partnern zur Verfügung zu stehen.

Öffentlicher Nahverkehr für alle

Den Siegertitel des Wettbewerbs erhielten die Vertreter des Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen (LSKS) e.V. für das Projekt „ÖPNV/SPNV für alle“ in Zusammenarbeit mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). Die Prämierung durch Bundesminister Hubertus Heil würdigt damit das Engagement der Sachsen für einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr. „Im gemeinschaftlichen Projekt werden technische Forderungen und Standards zur Barrierefreiheit von Fahrzeugen und Haltestellen im Nahverkehr erarbeitet und deren Umsetzung überprüft“, so die LSKS-Projektkoordinatorin Kerstin Vietze. Und ergänzt: „Zwar sind wir von einer flächendeckenden Barrierefreiheit des Nahverkehrs im Freistaat Sachsen noch ein gutes Stück entfernt, dennoch würdigt der Gewinn des Bundesteilhabepreises die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Partnern.“

Dresdner Verkehrsbetriebe vorneweg

Heute besteht die Bus- und Straßenbahnflotte der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bis auf wenige Sonderwagen ausschließlich aus Niederflurfahrzeugen. Sie bedienen insgesamt 721 Haltestellen, von denen bereits 610 barrierefrei oder über eine Rampe eingeschränkt barrierefrei zugänglich sind. Im Zuge des grundhaften Ausbaus bestehender Strecken wird er Anteil barrierefreier Stationen in den nächsten Jahren fortgesetzt. Bei Neubaustrecken wie dem Projekt „Stadtbahn Dresden 2020“ ist Barrierefreiheit Standard.

Barrierefreiheit als Standard

Begonnen hat die Zusammenarbeit von LSKS und DVB zur barrierefreien Gestaltung des städtischen Nahverkehrs bereits 1994. Ab dem Jahr 2000 entstand der bundesweit erstmals verwendete Projektname „ÖPNV für alle“. Der Zusatz „für alle“ steht dabei nicht nur für die Bedürfnisse Körperbehinderter, sondern auch für die aller anderen Menschen, welche umweltfreundlich mit dem ÖPNV unterwegs sind. Neben der Barrierefreiheit umfasst das Projekt regelmäßige Trainingsangebote der DVB für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Auch die Schulung von Bus- und Bahnfahrern zu den besonderen Bedürfnissen dieser Personengruppe gehört dazu.

Die Zusammenarbeit im Projekt wurde über die Jahre immer wieder verlängert und durch Bund und Land gefördert. Weitere Partner wie die Stadt Dresden, umliegende Landkreise sowie die in Sachsen ansässigen Verkehrsverbünde kamen hinzu. Das aktuelle Projekt heißt „ÖPNV/SPNV für alle – Weichenstellung für 2022“ und läuft noch bis 2021. Es beinhaltet neben dem Nahverkehr in den Städten auch die Barrierefreiheit der Mobilität mit S- und Regionalbahnen.

Text und Foto: Pia Rast

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