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Die Sache mit dem Geschlecht – Wie gleichberechtigt ist die TUD?

Gleichberechtigung an der TU Dresden
Das Gleichgewicht der Geschlechter ist an der TU Dresden noch nicht ganz ausgewogen.

Worum geht's? TU Dresden, Diversity, Gleichstellung, Juniorprofessur

Anfang November fanden an der TU Dresden die Diversity Tage mit dem Themenschwerpunkt „Geschlechterdiversität“ statt. Doch wie geht die TU tatsächlich mit dem Thema um?

Bei der Erstellung dieses Artikels kam mir die Idee, den Text mit einem Zitat zu starten. Allerdings hat mich ein Blick ins Internet nicht nur umgestimmt, sondern auch eine andere Erkenntnis gebracht: Es gibt keine guten Zitate zum Thema Geschlecht. Die großen Naturwissenschaftler, Literaten und Denker der Geschichte – reden sie über Geschlecht, wird es zotig, stereotyp oder schlichtweg dumm. Und das ist auch der Punkt. Intelligenz allein schützt vor Geschlechterdiskriminierung nicht. Das gilt insbesondere an Universitäten, die ja gern als fortschrittliche und liberale Hochburgen gelten. Doch was macht die TU Dresden, um diesen Ruf Realität werden zu lassen?

Ganz allgemein lässt sich festhalten, dass die TUD ein Gleichstellungskonzept (in seiner aktuellsten Version von 2014) vorgelegt hat, in welchem sie sich selbst das Leitbild einer geschlechtergerechten Hochschule setzt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Realisierung einer familienfreundlichen Universität, um allen Geschlechtern eine infrastrukturelle Gleichheit zu gewährleisten. Das beinhaltet eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Abgabefristen und die Unterstützung von Studierenden mit Kindern.

Jedoch ist dies nur ein Aspekt der Geschlechtergleichheit. Beim Blick auf die harten Zahlen offenbart sich aber, dass noch viel Arbeit zu erledigen ist. Die Anteile von Männern und Frauen in den Jahren 2012/13 zeigen eine klare Diskrepanz. Bei den Studienanfängerinnen und -anfängern lag der männliche Anteil bei 56 Prozent und der weibliche bei 44 Prozent, bei den Habilitationen und Juniorprofessuren stand es gar 79 Prozent zu 21 Prozent. Interessanterweise stellten die Frauen mit 51 Prozent aber mehr Absolventinnen. Noch größer ist der Unterschied allerdings beim Universitätspersonal. 63,5 Prozent des wissenschaftlichen Personals stellten Männer und unglaubliche 87,7 Prozent der Professuren waren in der Hand des Y-Chromosoms. Logischerweise sehen die Gleichstellungsbeauftragten der TU hier auch selbst den größten Handlungsbedarf.

Ein weiteres Problem liegt in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Im Wintersemester 16/17 lag der Frauenanteil bei den Anfängern im Maschinenwesen bei nur 19 Prozent, ähnlich sah es auch in der Informatik (16,8 Prozent), der Elektrotechnik (18,8 Prozent) und Physik (31,5 Prozent) aus. Hier versucht die TU bereits im frühen Schulalter mit Förderprojekten anzusetzen, um jungen Frauen den Zugang zu jenen Fächern schmackhaft zu machen. Wer sich über einzelne Projekte informieren möchte, kann dies auf den Internetseiten der Uni – es gibt noch reichlich zu tun.

Text: Florian Mentele
Foto: Pixabay/CC-Lizenz

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