Schreib uns per WhatsApp: 0172 77 18 33 4

Dresdner Mensen: „Müllfrei geht nicht“

Dresdner Mensen beim Studentenwerk Dresden
Julia Leißner ist für den Bereich Ernährung zuständig

Worum geht's? Studentenwerk Dresden, Mensa, Dresdner Tafel, Müll vermeiden

Was passiert mit dem Mensa-Essen, das nicht verkauft wird? CAZ-Redakteurin Nerea Eschle hat sich mit Julia Leißner (Foto) vom Studentenwerk Dresden unterhalten.

Wie groß ist denn tatsächlich der tägliche Biomüll der Mensen? Julia Leißner, die beim Studentenwerk Dresden für den Fachbereich Ernährung zuständig ist, zögert: „Ich könnte Ihnen jetzt eine Zahl raussuchen. Aber diese würde nicht wirklich viel aussagen.“ Denn was im Müll landet, sind nicht nur die Essenreste der Mensagäste, sondern auch Abfälle, die bei der Produktion des Essens anfallen, zum Beispiel beim Gemüseputzen. Weggeworfen werden auch die Lebensmittel, die in den Selbstentnahmetheken wie der Salatbar übrig geblieben sind. Da die Speisen dort in Kontakt mit den Mensa-Gästen kommen, dürfen sie aus hygienischen Gründen am nächsten Tag nicht wieder angeboten werden. Vorschrift ist Vorschrift.

Lebensmittel, die für die Zubereitung eines Gerichts nicht verwendet werden, können dann in „andere Gerichte integriert“ werden. Konkret heißt das, dass die Tomaten, die nicht in die Lasagne gekommen sind, am nächsten Tag zum Beispiel auf der Pizza landen oder als Tomatensalat verkauft werden. „So was kann man natürlich nicht planen und es handelt sich dabei um keine Riesenmengen“, stellt Julia Leißner klar.

Die studierte Ernährungswissenschaftlerin erläutert das Prinzip: „Wir haben wenig Lagerhaltung, denn wir lassen uns vieles täglich liefern, wie frische Lebensmittel. Und Frisches ist eben auch empfindlich. Die Dresdner Mensen könnten frische Sachen weitergeben, aber eben zum Beispiel keine gegarten Speisen. Eine Kooperation mit der Tafel ist also nicht nur rechtlich nicht möglich, sondern schon allein aus zeitlichen Gründen, denn: Die Menschen, die zur Tafel gehen, würden dann ihr Mittagessen erst um 15 Uhr bekommen.“

Und wie vermeidet man jetzt, dass Lebensmittel weggeschmissen werden? Julia Leißner sagt, dass dies durch die Chargenproduktion möglich ist. Es wird also nicht alles auf einmal zubereitet, sondern das Essen wird immer in Produktionsabständen hergestellt. Ausnahmen gebe es aber schon, räumt sie ein. Bei Suppen ist das beispielsweise nicht möglich.

„Mehr Müll lässt sich nicht reduzieren.“ Es gibt dazu einfach zu viele Einflussfaktoren. Zum Beispiel fällt die Essenwahl der Studenten bei schönem Wetter anders aus als bei schlechtem. So was kann man beim Einkauf der Lebensmittel, der zwei bis drei Wochen vorher geplant wird, nur schwer berücksichtigen. Kurzfristig kann man natürlich auch weniger ausgeben, aber die Bestellung ist eben schon im Lager. „Wir haben ein buntes Klientel und dem wollen wir gerecht werden. Teilweise sind die Studierenden ziemlich fordernd und wollen auch zum Ende der Ausgabezeit noch ein möglichst großes Angebot haben“, erklärt Julia Leißner den Konflikt. „Müllfrei geht nicht“ – so ihr Fazit.

Für die Bestellung und das Angebot zuständig sind die Küchenleiter. Sie können besser abschätzen, bei welchem Angebot großer Ansturm herrscht und wann eher etwas übrigbleibt. „Wenn man ein neues Rezept hat oder ein neues Produkt, dann geht man eher sachte vor und produziert einfach weniger.“

Text und Foto: Nerea Eschle

Jetzt seid ihr dran: Habt ihr ein tolles Projekt, das ihr gerne in der CAZ vorstellen wollt? Oder gibt es Probleme an der Uni? Über welche Campusthemen sollen wir in der CAZ berichten? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...