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Gehüpft wie gesprungen - Folkloretanz an der Uni

Jeden Montag verwandelt sich die Alte Mensa der TU Dresden in einen Tanzsaal – für "Thea Maass", eine der größten Folkloretanzgruppen Deutschlands. CAZ hat mal reingeschaut.

 

 

 

 

Wir sind in der leeren Alten Mensa. Mir gegenüber sitzt die künstlerische Leiterin des Tanzensembles „Thea Maass“, Maud Butter. Und was soll man sagen? Es läuft wie geschmiert! Am 21. November wird das Ensemble seinen 65. Geburtstag feiern, dann gibt es ein großes Fest in Freital. Die 45 Mitglieder starke Gruppe ist inzwischen auch überregional bekannt, man tanzt auf Stadtfesten und Events, an der Uni und auf Folklorefestivals, deren Besuch immer ein Jahres-Highlight darstellt. Auf 10 bis 15 Auftritte kommt „Thea Maass“ pro Jahr.

Doch warum ausgerechnet Volkstanz? In den Fünfzigern begann man, sich in der DDR auf die Deutschen Traditionen zu besinnen. Im Zusammenhang mit den 3. Weltfestspielen in Berlin wurden in verschiedensten Betrieben und Universitäten Tanzgruppen gegründet – so auch in Dresden, unter Führung der FDJ. Damals musste jeder Student entweder tanzen oder Sport machen, was der Gruppe unheimlichen Zulauf bescherte. Seitens der Frauen als willkommene Alternative. Seitens der Männer … wegen der Frauen. 1990 gaben sie sich selbst den Namen „Thea Maass“. Das ist der Name einer ehemaligen Ballettmeisterin, die seit 1968 viel mit der Gruppe arbeitete und viele Tänze und Choreographien entwickelte.

Nun, Folkloretanz. Nein, hier geht es nicht darum, Kostüme zu tragen und sich ein bisschen zu bewegen. Folkloretanz ist ein Sport – und „Thea Maass“ rühmt sich, eine recht anspruchsvolle Form zu tanzen. Trainiert werden neben den Choreografien auch Hebefiguren und Sprünge, gefördert wird das Körpergefühl vor allem in den paarweisen Tänzen. Häufig tanzt man Geschichten nach, manchmal auch nur einzelne Rollen oder Feste. Wichtig ist, dass eine Trennung von Handwerk und Interpretation besteht. Man kann alle Schritte perfekt beherrschen, jede Drehung setzen, dann tanzt man gut. Die wirkliche Kunst liegt aber in der Interpretation der eigenen Rolle, am Ausdruck und der inneren Einstellung dazu.

An Folkloretanz geht man im ersten Moment mit Vorurteilen heran, dessen sind sich bei „Thea Maass“ alle bewusst. Trotzdem wollen sie den Ruf des Volkstanzes aufwerten – und mit anspruchsvollen Choreographien zeigen, was in ihm steckt.

Mehr zu "Thea Maass" findet ihr auf der Seite der TU Dresden und auf Facebook.

 

Text: Maximilian Helm

Foto: PR

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