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Geist trifft Technik: So profitieren Fächer voneinander

„Bekommt man den Taxischein dazu?“ Solche Fragen müssen sich Studenten der Geisteswissenschaften häufiger anhören. Dabei gibt es durchaus Schnitt­mengen zwischen Geist und Technik. CAZ-Redakteurin Franziska Welke hat Beispiele gefunden.

Wie oft musste man das als Student von geisteswissenschaftlichen Fächern schon hören, nachdem man auf die Frage nach dem Studiengang geantwortet hat: „Was macht man dann damit?“, „Wird das an dieser Uni angeboten?“ oder der Favorit unter allen dummen Sprüchen: „Bekommt man bei euch zum Abschluss auch den Taxischein dazu?“.

Doch bei der TU Dresden sind wir auf einer vorwiegend technisch ausgerichteten Universität, also sollten doch genau die Punkte interessant sein, an denen die beiden Bereiche, geisteswissenschaftlich und naturwissenschaftlich/technisch, miteinander verschmelzen. Denn die Fächer existieren nicht nur nebeneinander her, sondern sie beeinflussen und durchdringen sich. Also können die einen nicht ohne die anderen?

Ein gutes Beispiel ist das Boysen-TU Dresden-Graduiertenkolleg. „Wege zu umweltfreundlichen, sicheren und wettbewerbsfähigen Energiesystemen: Technische Machbarkeit und gesellschaftliche Auswirkungen“ ist ganz oben auf der Seite zu lesen. Vorweg sei bemerkt: Technische Innovationen haben es heute nicht immer leicht in ihrer Umsetzung, da oft die Akzeptanz in der Gesellschaft fehlt. Andererseits muss es technische Lösungen für die Ideen und Vorstellungen aus der Bevölkerung und der Politik geben. Was passt das also zusammen?

Auf der Internetseite des Boysen-TU Dresden-Graduiertenkolleg wird festgehalten: „Beide Bereiche sind aufeinander angewiesen, wenn sinnvolle technische Konzepte Erfolg haben sollen.“ Heißt: Sie sollen von Anfang an kooperieren, sodass beide Seiten voneinander profitieren können. Diese Zusammenarbeit wird hier sogar räumlich verstanden, um den Austausch zu erleichtern. Als Beispiel wird die Energietechnologie genannt. Einerseits gingen die Eingriffe in die Infrastruktur mit den Vorstellungen der Bevölkerung auseinander, andererseits sei vieles, was die Politik fordert, technisch noch nicht vollständig umzusetzen. Technik- und naturwissenschaftliche Fächer arbeiten zusammen mit sozial- und politikwissenschaftlichen und setzen das Wechselspiel von technischer Machbarkeit und dessen Akzeptanz in der Gesellschaft ins Zentrum.

Ein anderes Beispiel, mit dem jeder Student noch eher in Berührung kommt, ist das Digitalisierungszentrum der SLUB. Das DDZ vereint den Wunsch, Wissen zu bewahren und zugänglich zu machen, was bisher allein in den Händen von Bibliothekaren lag, mit technischem Fortschritt vor allem in der Robotertechnologie.

Falls die Germanisten also mal wieder nur ein müdes Grinsen von den Informatikern ernten oder die Maschinenbauer von den Kunsthistorikern wegen angeblich fehlender Stilsicherheit belächelt werden, könnt ihr auf tiefere Zusammenhänge innerhalb der einzelnen Fächer verweisen.

Text: Franziska Welke

Foto: akram/photocase

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