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Hochschulrankings – Echte Orientierung oder Irreführung?

Hochschulranking Orientierung oder Irreführung
Ist ein guter Platz in einem Hochschulranking nicht mehr wert als die goldene Ananas?

Worum geht's? Studenten, TU Dresden, Hochschul-Ranking, Exzellenz-Uni

Kampf um die goldene Ananas? Uni-Rankings sollen als Entscheidungshilfe für die Wahl des Studienortes dienen. Doch wie werden die erstellt und was sagen sie eigentlich aus?

Absolventen der TU Dresden haben bei den Arbeitgebern in Deutschland angeblich einen hervorragenden Ruf. Im November des letzten Jahres erzielte die TUD Rang 6 beim aktuellen bundesweiten „University Employability Ranking“ von Trendence, einem Marktforschungsunternehmen, welches seit fast 20 Jahren Studien zu Karriereplänen entwirft. Doch was hat es mit diesen Rankings überhaupt auf sich und wie ernst kann oder sollte man sie nehmen?

Hauptsache Studienplatz

Hochschulranking klingt nach einer guten Orientierung für Studieninteressenten und zugleich nach einer Anleitung zum bestmöglichen Karrierestart. Doch warum ist es überhaupt wichtig, darauf zu achten, wie gut die eigene Uni nach außen hin dasteht? Viele (angehende) Studenten stellen sich diese Frage gar nicht, sondern freuen sich einfach, wenn es überhaupt mit dem Wunschstudiengang klappt. Wo, ist da erst einmal egal. Kein Wunder, denn der Ruf der Uni kommt vor allem erst dann zum Tragen, wenn der Abschluss bereits in der Tasche ist und es ans Bewerben beim zukünftigen Arbeitgeber geht. Denn dann zählten laut dem Marktforschungsunternehmen Trendence nicht allein die Forschungsleistung, der Notendurchschnitt oder die Praxiserfahrung, sondern auch, wie gut man als Absolvent für die Arbeitswelt ausgebildet ist.

Wie entsteht ein Ranking?

Viele, genauer gesagt zwei Drittel der Arbeitgeber, achten auf die Qualität der Lehre an einer Hochschule, wenn sie entscheiden, welche Absolventen eingestellt werden sollen. Auch die Qualität der dortigen Forschung sowie die Vernetzung der Hochschule mit Unternehmen aus der Wirtschaft spielen eine Rolle. Um den angehenden Studenten sowie den Arbeitgebern die Auswahl etwas zu erleichtern, sollen Rankings unter den Unis diese und andere Aspekte transparent darlegen. Doch kann man sich auf solch einen Ratgeber verlassen und an welchen Maßstäben wird hier gemessen? Wie entsteht so ein Ranking überhaupt?

Vorwiegend werden dafür Statistiken von Umfragen unter Wissenschaftlern, Personalmanagern und vor allem unter Studenten genutzt. Das CHE-Hochschulranking beispielsweise beurteilt insgesamt mehr als 300 Hochschulen mit rund 40 Studienfächern. Die Einschätzungen von rund 150 000 Studierenden und 9000 Professoren sowie Fakten zu den Fachbereichen und Studiengängen liegen den Bewertungen außerdem zugrunde.

Viel zitiert gleich gute Uni?

Andere, wie zum Beispiel das QS World University Ranking, analysieren und vergleichen mehrere Millionen von wissenschaftlichen Publikationen von über 4000 Universitäten. Je häufiger die Publikationen zitiert werden, desto höher die Wertung. Außerdem steht auch hier das Ansehen der Universitäten bei Wissenschaftlern und Wirtschaftspartnern weltweit im Fokus.

International ausgerichtet ist auch der Blick des CWTS Leiden Rankings. Mehr als 900 Universitäten aus mehr als 50 Ländern werden untersucht. Gemessen werden hier ebenfalls die Zitierhäufigkeiten. Die Ergebnisse werden in drei verschiedenen Varianten dargestellt: als Rangliste, als Diagramm, das den Vergleich zweier Merkmale ermöglicht, oder in der Verteilung auf einer interaktiven Weltkarte.

Begrenzte Aussagekraft

Doch bei beiden Verfahren ist die Sinnhaftigkeit eher fraglich. So sind zum Beispiel Umfragen leicht manipulierbar und nicht objektiv, hingegen ist die Häufigkeit der Zitation kein Maß für die Qualität der Lehre. Die Aussagekraft der Rankings stellt sich somit als recht begrenzt heraus. Außerdem werden alle Hochschulrankings mit Hilfe verschiedener Methoden erstellt und lassen sich deswegen schwer miteinander vergleichen.

Somit kann man durchaus sagen, dass die individuelle Karriere von weit mehr als dem Ranking der Hochschule abhängt. Sicherlich, das Studium spielt eine große Rolle, doch ist es weitaus erfolgsversprechender, gleichzeitig auch Praktika und Auslandsaufenthalte zu absolvieren. Interesse zu zeigen und auch ein Bärenanteil Persönlichkeit spielen mehr in die Karten, als sich vehement an einem Hochschulranking zu orientieren.

Text: Jennifer Georgi
Foto: Pixabay/StockSnap

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