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Homosexualität im Fußball: Endlich raus aus dem Abseits

Worum geht’s? Fußball, Homosexualität, Workshops

Schwule Fußballer?! Klar doch! Und damit das endlich mal in den Köpfen ankommt, gibt es das Projekt „Feiner Fußball“, das jetzt mit dem Engagementpreis des FES Ehemalige e.V. ausgezeichnet wurde.

 

Thomas Hitzlsperger, ehemaliger Profifußballer und Mitglied der deutschen Nationalelf, hat sich Anfang 2014 geoutet. Damit blieb er allerdings allein auf weiter Flur, oder sagen wir besser auf dem weiten Fußballplatz. Fußballspieler sind hetero und Frauen, die selbst kicken, wahrscheinlich „Kampflesben“, so das hartnäckige Klischee. Jan Duensing, der im 8. Semester Philosophie an der TU Dresden studiert, hatte von dieser „Bei uns im Verein ist Homosexualität kein Problem“-Haltung die Nase voll.

Er selbst spielte zwölf Jahre aktiv Fußball im Verein und hat sich irgendwann gefragt, wie es sein kann, dass zwar Schätzungen zufolge bis zu zehn Prozent der Menschheit schwul oder lesbisch sind, die homosexuellen Männer aber offiziell alle einen großen Bogen um die Fußballstadien dieser Welt machen. Rund 1300 Männer in Deutschland sind aktive Profifußballer. Keiner von ihnen hat sich bislang öffentlich als schwul geoutet. Es kann nicht sein, was nicht sein darf?

Deshalb hat er zusammen mit Liese Braun, Levke Ratz und Juliane Kopitz das Bildungsprojekt „Feiner Fußball“ aus der Taufe gehoben, denn gerade in Sachsen gäbe es großen Nachholbedarf in Sachen Fußball und gleichgeschlechtliche Liebe. „Wir wollen Amateurfußballvereine in Sachsen für das Thema sensibilisieren“, sagt Jan und bringt ein Beispiel: „Wenn nach dem Spiel zwei Spieler ihr verschwitztes Trikot tauschen, wird das als ganz normal gesehen, wenn das zwei Männer in der Fußgängerzone machen würden, wäre es komisch.“

In Workshops, die sich einerseits an Spielerinnen und Spieler, andererseits aber vor allem auch an Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, kurz an alle, die etwas mit dem Sport zu tun haben, richten, sollen Vorurteile erkannt und abgebaut werden. Geleitet werden die Workshops von zwei bis drei Moderatorinnen und Moderatoren, die eine Fortbildung im Bereich Sport und Antidiskriminierung absolviert haben. Das Angebot ist für die Vereine kostenlos, finanziell unterstützt wird „Feiner Fußball“ von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die an den Arzt und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung Magnus Hirschfeld erinnert und Bildungs- und Forschungsprojekte gegen gesellschaftliche Diskriminierung fördert.

Wer sich für das Projekt interessiert oder es in seinem Verein bekannt machen möchte, schreibt an
feinerfussball@gerede-dresden.de. Es werden auch noch Workshopleiter gesucht.

Mehr Infos zum Projekt findet ihr auch beim Gerede e.V.

Text und Foto: Ute Nitzsche

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