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22. ICC: Trotz Sehbehinderung den Weitblick behalten

Worum geht’s? Informatik, Workshops, Networking, Sehbehinderung

Vom 25. Juli bis 3.August trafen sich Jugendliche und junge Erwachsene aus Europa und Japan mit vermindertem oder keinem Sehvermögen zum „International Camp on Computers and Communication for Blind and Partially Sighted Youngsters“ an der TU Dresden.

Gastgeber in diesem Jahr war die Fakultät Informatik, die über 70 Sehgeschädigte aus 15 europäischen Ländern und Japan herzlich willkommen hieß. Der Leitgedanke des ICC ist es, sehbehinderte junge Menschen im Laufe ihrer Ausbildung auf den neusten Stand von Informations- und Kommunikationstechnologien zu bringen.

Die Bedeutsamkeit als auch die verschiedenartige Umsetzung von Kommunikation und Computernetzwerken im Hinblick auf die Selbstständigkeit im privaten und beruflichen Alltag der Teilnehmenden wurde in ungefähr 40 Workshops vermittelt. Die praktischen Übungen wurden zweimal täglich für drei Stunden angeboten, konnten frei gewählt werden und beinhalteten neben dem technischen Fokus, wie News, HTML, spezieller Software und Networking, auch kulturelle Themen bis hin zum Umgang mit der eigenen Behinderung.

Für die zwischen 16 und 20 Jahre alten Menschen spielt die aktive Einbindung in unterschiedliche Netzwerke über den ICC hinaus eine wichtige Rolle. So wurden nicht nur die englischen Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch Europa als Lebens-, Lern- und Arbeitsort entdeckt. Raum dazu bot beispielsweise das immer abends stattfindende, sehr vielseitige Freizeitangebot. Organisiert und finanziell getragen wurde das Computer-Trainingslager in Dresden vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS), der AG Studium für Blinde und Sehbehinderte der TUD und zahlreichen Sponsoren des In- und Auslandes.

Letztendlich blieb so eine Teilnehmergebühr von 400 Euro offen, wobei Begleiter und Betreuer kostenfrei blieben. In Sachsen werden jährlich 2 Millionen Euro für beeinträchtigte Studierende an Hochschulen bereitgestellt – ein Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention folgt. Wissenschaftsstaatssekretär Uwe Gaul betonte am Open Day des 22. ICC, dass „Bildung die zentrale Voraussetzung ist, damit der Einzelne seine Potentiale voll ausprägen und verwirklichen kann“. So konnten seit 1993 über 2000 blinde und sehbehinderte Menschen in 17 verschiedenen Ländern an ihren PC-Kenntnissen feilen, internationale Freundschaften schließen und ihre Zukunft eigenständig mitgestalten.

Text und Foto: Robert Härer

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