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US-Professorin behauptet: „Australien ist kein Staat!“

US-Professorin: Australien ist kein Staat
Häh, hab ich was verpasst? Nicht nur die Einwohner Australiens wunderten sich über die Meinung der US-Professorin.

Worum geht's? Studium, Abschlussarbeit, USA, Australien

Australien ist ein Staat! Das schrieb eine US-Studentin in ihrer Abschlussarbeit – und fiel durch. Ihre Dozentin war sich sicher: Australien ist nur ein Kontinent. CAZ-Redakteur Florian Mentele hat sich über den Fall seine Gedanken gemacht.

Bildung schützt vor Dummheit nicht. Wer gern kuriose Anekdoten aus aller Welt liest, hat vor Kurzem vielleicht eine Geschichte aus den USA mitbekommen, die darin endete, dass eine Professorin ihren Job verlor. Eine junge Mutter studierte an der Southern New Hampshire University https://www.snhu.edu/ Soziologie per Fernstudium und hat in der Abschlussarbeit eines Kurses die Sozialnormen der USA mit denen in Australien verglichen. Die korrigierende Professorin ließ ihre Studentin jedoch durchfallen, weil sie für ihren Vergleich mit den USA angeblich keinen Staat auswählte – sondern einen Kontinent. „Australien ist ein Kontinent, kein Staat. Dieser Fehler machte es fast unmöglich, ihre Arbeit zu beurteilen“, so die Dozentin.

Als denkender Mensch versuchte die Studentin natürlich das Gegenteil zu beweisen, doch lange Zeit erfolglos. Erst ein Link, der zur Website der australischen Regierung führte, brachte die Professorin ins Grübeln. Letztendlich schaltete sich die Universitätsführung ein, die Studentin bestand ihre Arbeit und die Uni entschuldigte sich bei ihr – und Australien. Ihre Kontrahentin blieb jedoch bis zuletzt bei ihrer Meinung und verlor ihre Stelle.

Und das zu Recht. Natürlich tut es mir um die Professorin persönlich leid, aber nicht jeder ist dafür gemacht, anderen Menschen Bildung zu vermitteln. Eigene Bildung sollte auf der Checkliste nicht fehlen, aber auch das reicht noch nicht. Soziale Komponenten sind ebenso wichtig. Jeder von uns liegt mal falsch und sagt dumme Dinge. Die Kunst besteht darin, nicht stur zu bleiben und auf seinem falschen Standpunkt zu beharren. Lehrende sind schlussendlich ja aber auch nur ehemalige Studenten. Bei fast jedem Studienfach findet man in den Berufsaussichten heutzutage den Punkt „Erwachsenenbildung“. Wenn ich also in meinem Fachgebiet keinen Job finde, kann ich immer noch unterrichten, was ich selbst studiert habe. Einer der wichtigsten Berufe unserer Gesellschaft als Auffangbecken der Ahnungslosen – da läuft doch irgendetwas falsch.

Sicherlich ist unsere amerikanische Professorin ein Extrembeispiel, doch wie vielen eurer Kommilitonen traut ihr ein professionelles Weitergeben der erworbenen Bildung wirklich zu? Natürlich werden Lehrer und Professoren zahlenmäßig mehr gebraucht denn je, doch das ist kein Grund für niedrige Standards. Für ernstere Beispiele muss man gar nicht weit schauen. In den letzten zwei Jahren machte ein Professor an der juristischen Fakultät in Leipzig auf sich aufmerksam, der sich ein „weißes Europa“ wünscht und über die Angst des weißen Mannes twitterte. Der Mann mag auf seinem Gebiet eine Koryphäe sein und natürlich darf niemand wegen seiner politischen Meinung in der Berufswahl diskriminiert werden, aber sollte die soziale Komponente für den Lehrberuf vielleicht eine Qualifikationsbedingung sein? Viele Fragen, wenig Antworten, nur eines ist sicher: Australien ist ein Staat.

Text: Florian Mentele
Foto: Pixabay/yokewee

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