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Kunstprojekt: Auf den Spuren von Karl Marx

Dresdner und Gießener Studenten arbeiteten gemeinsam
Dresdner und Gießener Studenten arbeiteten gemeinsam

Worum geht's? Kunsthochschule, Theatermaschine, Karl Marx, Michael Ende

Wie empfinden wir Arbeit und Zuhause? Ein Diplomprojekt von Dresdner und Gießener Kunststudenten versucht, Antworten darauf zu finden. CAZ-Redakteurin Marion Fiedler hat sie getroffen.

Im vergangenen Jahr hat sich auf dem Studentenfestival „Theatermaschine“ in Karlsruhe, der Werkschau des Instituts für angewandte Theaterwissenschaft, eine Gruppe Kunststudenten zusammengefunden, die relativ schnell miteinander kreativ geworden sind. Zu ihnen gehören Mara Scheibinger und Ariana Schamatestu, beide studieren „Bühnenbild und Kostümgestaltung“ im zehnten Semester an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), sowie die Gießener Studenten Carlos Franke und Maria Huber. Sie sind beide im vierten Semester im Fach Angewandte Theaterwissenschaften.

„Unsere Performance beruht auf einem recht trockenen Text“, erklärt Maria Huber. „Manche Sachen, die Karl Marx geschrieben hat, sind aber immer noch aktuell. Eine interessante Überlegung ist dabei zum Beispiel, dass sich die Arbeitswelt in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert hat. Das Zwischenmenschliche und die Einspannung in den Beruf spielen da eine wichtige Rolle. Manche Menschen fühlen sich auf Arbeit zu Hause, und zu Hause dann, als ob sie eine herausfordernde Arbeit leisten müssen. Für uns sind diese Veränderungen der Gesellschaft und die Entfremdung, die damit einhergeht, interessant.“

Die Studenten haben sich für ihr Diplomprojekt nicht nur mit den Texten von Marx auseinandergesetzt, sondern auch Werke wie Michael Endes „Momo“ blitzen thematisch in der Performance mit durch. Maria Huber erklärt: „Wir haben uns dem Thema Arbeit und Leben auf subjektive Weise angenähert.“ Sie fügt an: „Unsere Performance soll dem Publikum einen Raum bieten, in dem ein Erlebnis und eine inhaltliche Auseinandersetzung passieren kann.“

Als Bühne dient den Studenten ein selbst entworfener und im Labortheater aufgebauter Konferenzraum, der den Effekt bringt, dass die Zuschauer gleich beim Eintreten durch die Ausgestaltung des Raumes, aber eben auch durch die Performance, angesprochen werden. „Wir wollen damit einen Erfahrungsraum schaffen und das Publikum vielleicht auch direkt mit unseren Ideen abholen.“

Der Musiker Laurenz Karsten von Komfortrauschen ist auch mit von der Partie. Er liefert die Musik. Sein Projekt Komfortrauschen, mit dem er seit seinem Abschluss an der Hochschule für Musik in Dresden bereits erfolgreiche Wege gegangen ist, hat das Theaterteam mit den ausdrucksstarken Elementen seiner Musik überrascht. „Die Klänge, die er produziert, sind auf jeden Fall außergewöhnlich, alles in allem haben sie sich aber während der Proben wirklich sehr gut in unsere Aussagen eingefügt“, erklärt Maria Huber. „Wir haben auch verschiedene längere Szenen, die dann von der Musik inhaltlich wirklich gut unterstrichen und getragen werden.“

Maria Huber, die gebürtig aus Karlsruhe stammt, studiert übrigens in einem anderen Studienformat in Gießen. Ihr sind auch über die Zusammenarbeit mit den Dresdner Studenten interessante Unterschiede aufgefallen: „Unser Studium besteht zur Hälfte aus Theorie und zur anderen Hälfte aus praktischen Einheiten, die wir auf eigenen Bühnen, in Ateliers und im Labortheater in Dresden entwickeln und vorstellen. Die Studenten von der HfbK haben da natürlich eine andere Studienstruktur.“

Maria sieht in dieser Situation viele Vorteile. Aber auch Einschränkungen sind ihr bewusst geworden: „Ein Nachteil ist, dass die Studenten bei uns vom Format her nicht an einer Kunsthochschule studieren, sondern an einer Universität, die nicht so einfach an Fördergelder für die Kunst gelangt.“

Den größten Vorteil eines praktischen Studienansatzes sieht sie in der Kritikkultur: „Wir haben sehr viele Freiheiten, was wir umsetzen dürfen, aber bekommen auch entsprechend unmittelbares kritisches Feedback. Das hilft uns Studenten aber ja auch enorm dabei, besser zu werden.“ Für Maria ist es sehr hilfreich, wenn sie nicht nur Feedback zur Performance bekommt, sondern auch thematisch oder technisch neue Inspirationen erhält. „So etwas bereichert natürlich unheimlich das Wahrnehmungsspektrum dessen, was wir Künstler auf der Bühne alles machen können.“

Text: Marion N. Fiedler
Foto: PR

Jetzt seid ihr dran: Habt ihr ein tolles Projekt, das ihr gerne in der CAZ vorstellen wollt? Über welche Campusthemen sollen wir in der CAZ berichten? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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