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„Aus dem Türbereich treten!“ – Hinter den Kulissen der Linie 61

Worum geht’s? Campus, Studenten-Shuttle, Linie 61, Busfahrer

CAZ-Reporterin Maria Wilhelm hat einen Tag lang einen Busfahrer auf der Linie 61 begleitet. Und dabei festgestellt, dass auch hinter einer Busfahrt viel mehr steckt, als man denkt.

Jeder kennt sie – die Linie 61, das bis zu 18 Meter lange Studentenshuttle. Ich wollte endlich mal wissen, was „hinter den Kulissen“ passiert und habe mich deshalb auf den Weg zu den Dresdner Verkehrsbetrieben gemacht. Mein Ausflug fängt um 4.30 Uhr, in Worten: vier Uhr dreißig (!), auf dem Betriebshof Gruna an. Zuerst erfahre ich, dass die Dienste über ein rollendes System organisiert sind, um einen nahezu 24-Stunden-Service zu gewährleisten.

Während wir also im Morgengrauen über das Betriebshofgelände schlendern, erzählen mir die Busfahrer alles, was man über die Fahrzeuge, deren Handling und das sogenannte Ein- und Ausrücken wissen muss. Insgesamt sind beachtliche 140 Busse in 27 Buslinien auf 308 Kilometern Linienlänge im DVB-Raum unterwegs! Die Fahrer lösen sich an vorgegebenen Wechselpunkten ab, teilen der Ablöse gegebenenfalls Infos über die Strecke mit und machen dann ihre Pause in extra bereitgestellten Räumlichkeiten. Diese verteilen sich über die ganze Stadt und bieten meist Kaffee, Wasser und ein WC. Auf den Betriebshöfen gibt es auch eine Kantine. Laut Aussage der Busfahrer ist man nach dem Ausrücken bis zur nächsten Pause Einzelkämpfer und spätestens zur Sturm- und Drang­zeit in der Linie 61 ist das wahrscheinlich wörtlich zu verstehen.

Jeder, der draußen steht, will mitfahren, aber im Bus gibt es nun mal nur begrenzten Platz. Da kann es schon mal passieren, dass man auf den nächsten warten muss und natürlich ist dann immer der Fahrer schuld. Ich lerne, dass es einen bestimmten Knopf gibt, den der Fahrer in diesem Fall betätigt, um zu vermerken, dass er Fahrgäste stehen lassen musste. Das wird statistisch ausgewertet und in die Fahrzeug- und Linienplanung aufgenommen. Also, liebe Studis, der Busfahrer möchte schon gern alle mitnehmen – es geht nur einfach nicht! Auch unsere berühmte Durchsage „Bitte aus den Türbereichen treten, Türen schließen sonst nicht!“ hat eine enge Verbindung mit der Linie 61, da sie vornehmlich für den Studentenverkehr eingerichtet wurde. Denn obwohl mit dieser Linie hauptsächlich Angehörige einer bekanntermaßen exzellenten Uni unterwegs sind, scheint eines immer noch nicht klar zu sein: Wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein. Dies gilt generell, aber eben auch in Bezug auf die Türen im Bus.

Text: Maria Wilhelm
Foto: Sven Michel

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