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Live-Performance: Bitte Ruhe, Künstlerin schläft!

Kunststudentin Lotte Dohmen bei ihrer Schlafperformance
Kunststudentin Lotte Dohmen bei ihrer Schlafperformance

Worum geht's? Dresden, Kunst, Kunsthochschule, Brühlsche Terrasse

Kunststudentin Lotte Dohmen macht aus Schlaf Kunst. Sie will ein selbst gebautes Bett auf die Brühlsche Terrasse stellen und darauf schlafen – mitten am Tag. CAZ-Redakteurin Marion Fiedler hat sie getroffen.

Auf die Idee gekommen, sich ausgerechnet dem Thema Schlaf zu widmen, ist Lotte Dohmen zu Anfang ihres Studiums vor allem, weil ihr Studienbeginn eine Änderung in ihrem Lebensrhythmus mit sich gebracht hat. „Die vielen Eindrücke und neuen Fragen, die bei mir zu Beginn meines Studiums aufkamen, veränderten auch mein Schlafverhalten“, erklärt die 19-Jährige, die an der Kunsthochschule Dresden Bildende Kunst studiert. „Wir hatten zum Semesteranfang sehr viel zu tun, aber ich konnte gar nicht alles ableisten, weil mein Körper mir mehr Schlaf als jemals zuvor abverlangt hat. Ich hatte das Gefühl, die ganzen Eindrücke verarbeiten zu müssen und brauchte damit eben auch Zeit für mich.“

Diese Situation hat Lotte dazu gebracht, ihre Fragen und Ideen zum Thema Schlafen zu untersuchen und in ein Kunstprojekt münden zu lassen. Das sieht so aus: Sie will am 19. April eine große Matratze vor den Eingang der Kunsthochschule auf die Brühlsche Terrasse transportieren und diese mit Hilfe von Farben sozusagen um den Abdruck ihres eigenen Schlafes bereichern. „Die Farbe ist für mich die Versinnbildlichung der Alltagssituationen, die während des Tages an uns kleben bleiben und sich beim Schlafen dann abreibt“, erklärt sie. „Mich interessiert bei dem Projekt das Zusammentreffen von Intimität und öffentlichem Raum und was passiert, wenn man einen so privaten Akt wie das Schlafen in die Öffentlichkeit bringt.“

Mit Holzbett auf der Brühlschen Terrasse

Lotte ist gut vorbereitet. Für die Performance hat sie sich einen Leinwandanzug genäht. „Eine leere Leinwand ist immer der Beginn jedes kleinen Werks und wirft immer neue Fragen auf, wo es denn hingehen soll“, sagt sie. In der Holzwerkstatt der Hochschule hat sie sich ein flaches Bett gebaut, welches von der Form her auch an eine Bühne erinnert. Lotte hat das Ziel, in jenem Kunstexperiment tatsächlich einzuschlafen. „Ich würde das Projekt aber nicht als gescheitert ansehen, wenn ich nicht einschlafe, aber ich möchte es definitiv probieren. Ich sehe die Performance als ein Experiment an, und mich interessieren natürlich die Reaktionen der Leute, die dann an mir vorbeilaufen und mich entdecken.“

Für die Performance und das Festhalten der Eindrücke wird das Experiment mit einer Kamera mitgeschnitten. „Da ich ja vielleicht schlafen werde, war es mir wichtig, im Nachhinein die Möglichkeit zu haben, mein eigenes Verhalten und die Reaktionen der Vorbeilaufenden zu analysieren. Ich sehe mir das Material anschließend mit meinen Dozenten und Kommilitonen an und kann mir vorstellen, daraus eine Videoarbeit zu gestalten.“

Die Performance beginnt am 19. April 2017 gegen 11 Uhr auf der Brühlschen Terrasse vor der HfbK – bitte verhaltet euch leise!

Text und Foto: Marion N. Fiedler

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