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Megastress und Kummer? Bei der Nightline gibt es Hilfe

Beratung bei der Nightline Dresden
Die Nachteulen der Nightline haben immer ein offenes Ohr bei Stress und Kummer.

Worum geht's? Sorgentelefon, Stress, Nightline, Psychosoziale Beratungsstelle

Die Freundin hat Schluss gemacht, mit dem Mitbewohner gab es Zoff. Und die Prüfung? Besser nicht dran denken! Manchmal braucht man jemanden zum Reden. Hier hilft die Nightline.

Das schwarze Telefon klingelt, Lisa, deren richtigen Namen wir aufgrund der Anonymität der Nightline nicht abdrucken, geht ran. Der Student am anderen Ende ist aufgelöst und klingt verzweifelt. Sie begrüßt ihn freundlich und hört dann aufmerksam zu, wie er sein Problem schildert: ein ganz normaler Abend bei der Nightline. „Ich finde, das Zuhören kommt im Alltag zu kurz. Mir macht es Spaß, auf diese Art für andere Menschen da zu sein“, erzählt Lisa.

Seit 2009 sind die Nightliner jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 21 Uhr bis Mitternacht aktiv – auch in der Prüfungszeit. Ein bis zwei Anrufe gehen pro Abend im Durchschnitt ein, im Sommer und in der Prüfungszeit sind es mehr. Dazu kommen E-Mails und Skype-Anrufe. „Bei den Themen ist alles dabei, was man sich so vorstellen kann – von Prüfungsstress bis hin zu ganz persönlichen Sorgen. Man muss sich das vorstellen wie ein freundschaftliches Gespräch auf Augenhöhe“, beschreibt Sarah, die ihren richtigen Namen ebenfalls nicht nennen möchte, ihre Tätigkeit bei der Nightline. Der Anrufer muss dabei keine Angaben zu seiner Person machen, denn Anonymität zählt neben Vorurteilsfreiheit und Vertraulichkeit zu den Grundsätzen des Studententelefons. Ziel ist dabei jedoch nicht die Beratung, sondern das Zuhören und Verstehen. „Wir möchten Studenten einfach nur ein Ohr bieten und das in Zeiten, in denen vielleicht niemand ein Ohr für sie hat“, betont die Nightlinerin ihren Anspruch.

Sollte es passieren, dass Sarah und ihre Kommilitonen bei einem Gespräch an ihre Grenzen stoßen, verweisen sie den Anrufer an Profis wie die Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks weiter. Damit das nach Möglichkeit nicht passiert, muss jeder Nightliner, bevor er anfängt, eine Schulung durch einen externen Trainer absolvieren. Dabei werden Gesprächstechniken vermittelt und in Rollenspielen schwierige emotionale Situationen geübt. Neben den regelmäßigen Schulungen gibt es dann einmal im Monat einen gemeinsamen Abend, um den Zusammenhalt zu stärken. Das ist wichtig, da die etwa 25 Nightliner aus allen denkbaren Studienrichtungen kommen. Vorerfahrung bringt kaum einer mit, aber das ist auch nicht wichtig. Worauf es ankommt, sind Empathie und Freude am Umgang mit Menschen. Und vielleicht ein Faible für Eulen – denn die ist, was könnte besser passen, das Maskottchen der Nightline.

Text: Madeleine Brühl
Foto: Nightline

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