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Neue Exzellenzrunde: „Ja, ich will weiterleuchten“

Die TU Dresden will als „Leuchtturm der Wissenschaft“ eine Fortsetzung der Exzellenzinitiative im Jahr 2019. Doch was für Vor- und Nachteile stecken eigentlich hinter dem Titel?

Die TU Dresden ist mit aktuell 35.961 Studierenden in fünf Bereichen und 14 Fakultäten eine der größten Technischen Universitäten Deutsch­lands – seit 2012 sogar eine von insgesamt elf deutschen Exzellenz-Universitäten. Die Exzellenzinitiative für die Spitzenforschung hat bundesweit die Förderung und Stärkung von herausragenden Leistungen in Forschung und Lehre des Hochschul- und Wissen­schaftsstandorts Deutsch­land zum Ziel.

In gemeinsamer Kooperation von Bund und Ländern wurden bisher in einem Wettbewerb mithilfe von drei Förderlinien (Graduierten­schule, Exzellenz­cluster und Zukunfts­­konzept) deutsche Hochschulen gestärkt, um Teil der internationalen For­schungs­spitze zu werden. Gerade global betrachtet genießen Exzellenz-Unis einen besseren Ruf, da nicht nur ambitionierte Forscher und Studenten gebündelt, sondern auch gezielt Gelder in aktuelle Forschungsprojekte investiert werden. So ist der Bundesregierung die Spitzenforschung von 2006 bis 2017 knapp fünf Milliarden Euro wert.

Ein weiterer Gewinn sind die besseren Betreuungsverhältnisse der Stu­dierenden, das Bibliotheksangebot und die Anzahl an wissen­schaft­lichen Publikationen. Auch wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit von verschiedensten Universitätsbereichen begünstigt, was der Verbundenheit innerhalb der ganzen Universität zugutekommt.

Stimmen aus Politik, aber auch Stu­den­­ten­­ver­tretungen und Gewerkschaf­­ten weisen vor allem auf die Zwei-­Klassen-Bildung an der Uni­landschaft hin, indem For­schungs­schwer­­punkte regional gesetzt werden und sowohl die Wett­bewerbsdynamik als auch die Qualität von Nicht-Elite-Universitäten verloren gehen könnte. Die bis dato kurzzeitige Förderung stellt für die Hochschule nicht nur eine Planungsunsicherheit dar; Kri­tiker befürchten eine unwesentliche Verbesserung der Wirtschaftslage und sehen den Exzellenztitel als reines Prestige. Zudem stehen vor allem die Zukunfts­konzepte der Hochschulen im Vordergrund, wobei die Lehre eine nur untergeordnete Rolle einnimmt.

In der neuen Bewerbungsrunde werden hingegen allgemeine Kriterien neu ausgehandelt. So sollen beispielsweise die for­schungs­­orientierte Lehre vermehrt berücksichtigt und die künftig acht bis elf auserwählten Hochschulen längerfristig unterstützt werden. Als Bewerbungs­voraussetzung werden zwei Exzellenzcluster benötigt, bei den Förderlinien entfällt die Graduiertenschule und ein Verbund mit anderen Universitäten ist möglich. Schlussendlich geht es jedoch um die Strahlkraft, um die Frage, für wen der Leuchtturm am hellsten scheint.

Text und Foto: Robert Härer

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