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Projekt „Chaos“ – ein Tischler auf Abwegen

Worum geht's? Kunsthochschule Dresden, Co-Working-Space, Holzdesign

Wer an der Dresdner Kunsthochschule studieren will, sollte kreativ sein. Dass sich das nicht nur auf’s Studium bezieht, zeigt Darvin Werland. In einer alten Werkhalle richtete er für sich und andere junge Künstler ein Atelier ein.

Darvin Werland hat viele Talente. Begonnen hat alles mit einer Ausbildung als Tischler, nun studiert er an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden Bühnen- und Kostümbild. Seine Kunstprojekte und das Studium jongliert er miteinander auf eine Weise, dass sie sich mit einem erfolgreichen Grassroots-Business gegenseitig unterstützen, finanzieren und voranbringen – und nimmt dabei andere junge Künstler und ihre Projekte mit.

Darvin hat eine Werkshalle angemietet, baut sie aus und füllt sie mit Leben, indem er sich dort mit weiteren Kreativen, die mit ihm in einer Mischung zwischen künstlerisch gemeinnützigem Verein und kreativem Co-Working-Space arbeiten, zusammengetan hat. Der 21-Jährige sprudelt vor Ideen. Die Wurzeln dieses Abenteuers stammen aus Berlin, wie auch Darvin selbst. Er bezeichnet sich als „Tischler auf Abwegen“.

Mit seinem Großvater hat er kurz vor seinem Studium die eigene Firma „Kiwi-Holzdesign“ aufgebaut und nutzt alle Tricks und Kniffe, um zu studentisch erschwinglichen Preisen nun auch in Dresden seinen Kunden die mitunter ausgefallenen Wunschmöbel oder Instrumente wie Gitarren, aber auch Möbelrestaurationen anbieten zu können. „Ich bin hier in Elbflorenz gelandet, weil ich meinem Opa versprochen habe, dass ich nicht nur Tischler sein möchte, sondern eben auch noch mal studieren werde“, erklärt er. „Ich spiele, seitdem ich elf Jahre alt bin, als Jungdarsteller am Theater und war später dann auch dort bereits handwerklich für den Bühnenbau tätig. Über diese Erfahrungen habe ich dann mein Traumstudium gefunden.“

Um nicht nur für das Studium handwerkeln zu können, sondern eben auch das eine oder andere Kiwi-Holzdesign-Produkt herzustellen, musste er kreativ werden und bald kam die Idee mit der Halle auf. „Ich habe im Industriegelände schnell eine schöne Backsteinhalle mit acht Metern Deckenhöhe und 180 Quadratmetern Fläche gefunden. Für mich allein war das natürlich viel zu groß, aber da bei uns an der HfbK größere Gemeinschaftsateliers unüblich sind, konnte ich leider keine Kommilitonen begeistern.“ Darvin aber will mit mehreren Leuten zusammenarbeiten, weil er selbst vor allem in der Gemeinschaft zu Höchstleistungen aufblühe, wie er sagt. Und das hat ja letztendlich auch geklappt.

Inzwischen trägt das Atelier den Namen „Chaos“ und ist eine Zusammenarbeit zwischen ihm, der TU-Studentin Freya Herold (Foto), die im 3. Semester Kunstgeschichte studiert, einer Abiturientin und weiteren kreativen Köpfen. Im April soll das Atelier dann mit einer dreitägigen Eröffnungsfeier mit Konzert, Lesung und Möbelversteigerung eingeweiht werden.

Text: Marion Fiedler
Foto: Lina Carstens

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