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Rechtspopulismus: Schweigen ist auch keine Lösung

diskursiv hat Argumente gegen Rechtspopulismus
Diskursiv hat Argumente gegen Rechtspopulismus

Worum geht's? Studenten, Studenteninitiative, Rechtspopulismus, Bayreuth

Was tun, wenn plötzlich rechtspopulistische Sätze im Freundes- und Familienkreis fallen? Die Studenteninitiative diskursiv hat Argumente und Strategien gesammelt.

Manche werden das Problem kennen: Man sitzt mit Freunden oder der Familie zusammen, unterhält sich und plötzlich schwenkt das Thema in ein Gespräch über Politik ab. Dann ist der Zeitpunkt für pauschalisierende Aussagen über „die Flüchtlinge“, „die Ausländer“ oder „den Islam“ gekommen. Die Sprüche sind oftmals unkritisch, diffamierend und von starken Vorurteilen geprägt. Was also tun?

Eine Gruppe von Studierenden aus Bayreuth wollte nicht länger stillschweigend dasitzen, sondern hat im April diesen Jahres die Initiative diskursiv gegründet, wie gehaltvoll gegen populistische Aussagen argumentiert werden kann. Sie ist mittlerweile über die Grenzen der Stadt hinaus auf circa 30 Mitglieder deutschlandweit angewachsen.

Kommunikationsbarrieren abbauen, das sei eines ihrer Ziele, so Mariam Haydeyan (Foto 3. v. l.), eines der Gründungsmitglieder von diskursiv. Sie arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und grenzen sich bewusst von jeder parteilichen Zugehörigkeit ab. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, gehört zu werden; Ängsten und Sorgen, die in rechtspopulistischen Aussagen artikuliert werden, soll mit entsprechenden Argumenten der Nährboden entzogen werden. Gleichzeitig solle aber niemand vom Diskurs ausgeschlossen werden, so Haydeyan weiter. Die Initiative ermutigt dazu, sich im gesellschaftlichen Leben unangenehmen Situationen zu stellen. Denn ein Umdenken könne nur dann erfolgen, wenn sich viele dafür einsetzen.

Auf ihrer Website gibt die Initiative Infos zu Gesprächsstrategien und Argumente, um radikalen Phrasen im Alltag gekonnt und sicher zu entgegnen. Dort sind zum Beispiel verschiedene rechtspopulistische Thesen aufgelistet wie: „Der Islam rechtfertigt Gewalt gegen Andersgläubige. Deshalb sollten weniger muslimische Geflüchtete aufgenommen werden – oder keine“, „Einwanderung gefährdet unser Sozialsystem und ist nicht länger tragbar. Wir sollten deshalb weniger oder keine Zuwanderer mehr aufnehmen.“

Jede dieser Positionen wird zunächst ins aktuelle Zeitgeschehen eingeordnet und es werden in der linken Spalte mögliche rechtspopulistische Argumente aufgeführt. Daneben in der rechten Spalte stehen dann jeweils ausführliche und sachliche Gegenargumente, die man zum Beispiel in einer Diskussion anbringen kann. Zudem gibt es Links zu ausführlichen Quellen und Belegen für die einzelnen Argumente. Außerdem gibt es noch Tipps zu klugen Gesprächsstrategien.

Fazit: Die Seite lohnt sich für jeden, der sich mit dem Thema Rechtspopulismus und Geflüchtete auseinandersetzen will.

Text: Inga Schütte
Foto: diskursiv

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