Schreib uns per WhatsApp: 0172 77 18 33 4

Sportstätten Nöthnitzer Straße: Turnhallen frei – Sport frei?

Neun Monate lang wurden die TU-Turnhallen zur Unterbringung von Asylsuchenden genutzt, nun sind die letzten Bewohner ausgezogen. Die Wiedereröffnung muss allerdings noch warten.

Wenn soziale Probleme akut werden, sind besonders Universitäten in der Pflicht zu helfen. Als im Sommer letzten Jahres der Flüchtlingszustrom wuchs, überließ deshalb auch die TU Dresden ihre Turnhallen an der Nöthnitzer Straße bereitwillig der sächsischen Landesdirektion. Zusammen mit dem DRK versuchte man einen zumutbaren Aufenthalt zu gewährleisten.

Seit Ende April sind die Hallen jetzt wieder komplett frei. Bis der Ball rollt und der Turnschuh quietscht, könnte es allerdings noch eine Weile dauern. Nachdem die Gebäude zwischenzeitlich 600 Menschen ein Dach über dem Kopf boten, laufen seit Anfang Mai die Aufräumarbeiten. Planungssicherheit hat die TUD jedoch keine, denn die Hallen wurden noch nicht wieder an die Uni übergeben. Julia Freitag vom Unisportzentrum teilte mit, dass die Landesdirektion die Zuständigkeit vorerst an das Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) abgetreten hat. Wie es jetzt konkret weitergeht, weiß auch sie nicht. „Wie du siehst, erfahren wir auch nicht immer sofort alles“, erklärt sie mir. Nach der Hilfe ist also vor der Bürokratie.

Doch diese Bürokratie scheint auch nötig zu sein. Ein Dreivierteljahr wurden die Turnhallen quasi als Wohnhäuser genutzt, das hat Spuren hinterlassen. Jeder WG-Bewohner kann es sich wahrscheinlich bildlich vorstellen. Das erste Ausräumen wurde vom DRK übernommen, nun müssen die Hallen wieder repariert werden. Dazu gehört der Abbau der provisorischen Trennwände, die Sanierung des Bodens und Reinigungsarbeiten. Was genau alles getan werden muss und wie lange das dauern wird, stellen das SIB und die TU zurzeit zusammen fest.

Doch nicht nur die intensive Beanspruchung der letzten Monate macht Erneuerungen nötig. „Die Hallen 2 und 3 waren bereits vor der Nutzung baulich in keinem sehr guten Zustand mehr und es gab Sanierungsbedarf“, so Andrea Krieger, Pressesprecherin des SIB. Nach den Begutachtungen müssen noch die Kosten errechnet werden, erst dann könne man sich zu Terminen äußern. Es gibt also noch reichlich zu tun, bis sich die Nöthnitzer Straße wieder mit tüchtigen Studenten füllt. Für genügend Ausweichmöglichkeiten sorgt das Unisportzentrum schon seit einiger Zeit. Und zur Not scheint ja endlich auch draußen wieder die Sonne.

Text: Florian Mentele

Foto: privat

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...