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Statuserhalt: (K)eine exzellente Idee für die TUD

Die TU Dresden will weiter Exzellenzuni bleiben
Es strahlt so hell am Uni-Himmel ... Doch ist das auch in Zukunft so?

Worum geht's? TU Dresden, Exzellenzinitiative, KSS, Tilman Reitz

Die TUD geht mit sechs Vollanträgen für Exzellenzcluster in die nächste Runde um den Erhalt des Exzellenzstatus. Doch nicht alle finden das sinnvoll.

Die TU in Dresden ist eine Exzellenzuniversität und somit eine von elf in Deutschland. Damit das auch so bleibt, werden bis zum 21. Februar 2018 sechs Vollanträge für Exzellenzcluster eingereicht. Diese entscheiden anschließend auch den Statuserhalt als Elite-Uni. Mit Exzellenzclustern sind Forschungsgebiete gemeint, von denen insgesamt 50 mit 385 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden – darauf konnten sind Bund und Länder einigen. Für den Exzellenzstatus stehen außerdem nochmals knapp 150 Millionen Euro für acht bis elf Unis zur Verfügung. Was heißt das aber nun für die Studenten?

Genau hier liegt das Problem – laut den Kritikern der Exzellenzstrategie sehen die nämlich kaum etwas vom Geld. Die meisten Fördergelder lassen sich mit der Forschung machen, in die Grundfinanzierung und damit in die Lehre fließt wenig. Daniel Irmer, Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) betitelt die Initiative deswegen als Etikettenschwindel. „Die Hochschulen in Sachsen leiden an mangelnder Grundfinanzierung. Die Gelder, die im Rahmen der Exzellenzinitiative eingeworben werden können, sind wieder nur befristet, lösen also in keiner Weise die vorherrschenden Probleme“, so Irmer. Die Forscher freuen sich, der Exzellenztitel macht sich auch gut im Lebenslauf der Studenten – was fehlt, sind sichere Stellen für eine langfristig fundierte Lehre.

Doch hier liegt nicht der einzige Kritikpunkt. Auch die kleinen Universitäten und Hochschulen sehen sich immer mehr im Nachteil. Die Antragsskizzen und Vollanträge für die einzelnen Cluster nehmen immense Ressourcen in Anspruch, übrigens auch an der TU Dresden. Um den Status als Exzellenzuni zu erhalten, müssen mindestens zwei Cluster gewonnen und gefördert werden. Für viele kleine Hochschulen ist das nicht zu stemmen, trotz guter Ideen. Dadurch bildet sich eine immer starrere Uni-Elite heraus. Die Kritiker fordern eine gerechtere, flächendeckende Verteilung der Fördergelder in die gesamte deutsche Hochschullandschaft anstatt „einzelne Leuchttürme“, wie es Prof. Dr. Tilman Reitz von der Uni Jena ausdrückt. Der Professor hat auch eine Online-Petition gegen die Exzellenzstrategie initiiert, rund 3000 Gegner schlossen sich ihm bisher an. Ob das etwas bringt, ist fraglich, doch die kritischen Stimmen werden lauter, die Fragen zur Exzellenzstrategie mehren sich.

Text: Florian Mentele
Foto: Archiv/Robert Härer

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