Schreib uns per WhatsApp: 0172 77 18 33 4

Studienende: Und dann? Weiter, weiter ins Verderben?

Worum geht's? Studienabschluss, Promotion, Bachelor, Master, Wirtschaft

Wie weiter nach dem Studium? Gleich den Doktor hinten dranhängen oder doch lieber auf direktem Weg in die Wirtschaft und erst mal ordentlich Geld verdienen? CAZ-Redakteur Marcel Sauerbier, selbst Doktorand, hat sich Gedanken gemacht.

Konsequent? Immer mehr Deutsche machen Abitur. 2001 waren es noch 36 Prozent, 2010 dann schon 49 Prozent und der Trend hält an. Und nach dem Abi geht es selbstverständlich ins Studium, dafür macht man ja schließlich Abi. Im Wintersemester 2016/2017 schrieben sich rund 2,8 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen ein, stolze 1,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Nach drei Jahren Bachelor muss dann natürlich der Master her, denn der Bachelor ist ja nichts wert – sagt man uns jedenfalls immer. Und ehe man es sich versieht, sucht man auch schon eine Promotionsstelle. Es ist die offensichtliche, die lineare, die einfache Lösung. In den Naturwissenschaften ist die Promotion ja fast schon der Regelstudienabschluss.

Und auch ich habe nicht viel darüber nachgedacht. Als Biologe hat man mir früh eingeimpft, dass man ohne Promotion nichts werden kann. Dabei eröffnet die Promotion zwar neue Möglichkeiten, schränkt einen aber gleichzeitig auch weiter ein. Denn viele Firmen wollen gar keinen Experten für die Funktionsweise von Micro-Ribonucleinsäuren. Sie wollen einfach helle Köpfe mit breitem Wissen, die sie dann selbst weiterschulen und flexibel einsetzen können. Ein junger Master- oder gar Bachelorabsolvent ist da mitunter die bessere Wahl als der 30-jährige Nischenexperte. Als Promovierter ist man fast schon zur Wissenschaft verdammt und das heißt: kurze Verträge, viel Stress und immer dem Geld hinterherrennen. Nicht jeder Promovierte bekommt zudem eine Stelle als akademischer Mitarbeiter. Der Sprung in die Festanstellung ist dann noch einmal eine Größenordnung schwieriger, denn die gibt es fast nur als Gruppenleiter.

Eine Promotion mag also der scheinbar leichtere und konsequente Weg sein, aber man lässt auch Möglichkeiten liegen. Der Schritt in die Wissenschaft will daher gut überlegt sein. Ein Studienkollege von mir war anfangs etwas bedrückt, als er als Einziger aus seinem Freundeskreis Berater wurde, statt eine Promotion zu beginnen. Und jetzt gucke ich ihn an und denke: Er hat doch alles richtig gemacht.

Es gibt keine Moral von der Geschicht’, jeder will andere Dinge, für jeden ist etwas anderes richtig. Aber es schadet sicher nicht, sich frühzeitig Gedanken zu machen, warum man eigentlich das studiert, was man gerade studiert, und was man später mal damit machen will. Und jeder Schritt ein eine Richtung ist auch ein Schritt weg von einer anderen.

Text: Marcel Sauerbier
Foto: Fotolia/Emmanuel MARZIN

Jetzt seid ihr dran: Wie soll es für euch nach dem Studium weiter? Habt ihr schon Pläne fpr die Zeit nach dem Studium? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...