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Was kann der Brexit für Studenten bedeuten?

Worum geht’s? Brexit, Studenten, ERASMUS, Bologna-Verträge, Auslandsaufenthalt

Abwarten und Tee trinken ist vorbei, denn England ist aus der EU ausgestiegen. CAZ-Reporter Martin Bader hat sich über mögliche Konsequenzen Gedanken gemacht.

Studenten erwarten eine Neuverhandlung von Förderprogrammen wie ERASMUS. Warum werden jetzt noch so lange Wortgefechte gesendet, in denen sich die Kommentatoren schwindlig quatschen über die Szenarien des Zerfalls, bis man meint, sich „Brexit“ als Verkaufsslogan für ein Magenentlehrungsmittel sichern zu müssen?

Gerade was uns Studenten betrifft, ist die Angst umgegangen, dass Akademiker und clevere Köpfe aus aller Welt nicht mehr in Britannien zusammenkommen werden. Ein möglicher Austritt aus der EU ist aber keine Kriegserklärung oder ein Mauerbau. Die cleveren Köpfe sind dann nicht hinter einem Eisernen Vorhang verschwunden.

Die größte Umstellung könnte man im Aufkündigen der Bologna-Verträge finden, wenn die Reglementierungen darin nicht am britischen Modell der Bachelor- und Master-Studiengänge ausgerichtet wären. Was wären nun realistische Auswirkungen? Ohne entsprechende Verträge könnten britische Unis jedem EU-Studenten Studiengebühren berechnen, die sie für angemessen halten. Das könnte noch teurer werden, als ein renommiertes Studium ohnehin schon ist.

Eine Stellschraube der EU gegenüber einem ausgetretenen Vereinigten Königreich wäre das Förderungsprogramm ERASMUS, das seit mehr als 25 Jahren eine Förderung von Studienaufenthalten und Praktika im Umfang von mittlerweile zwei Milliarden pro Jahr in inzwischen 33 Ländern gewährleistet und dessen Fortlauf dann neu verhandelt werden müsste. Auch die Schweizer kennen derlei Probleme und haben trotzdem Universitäten auf Spitzenniveau. Deutsche Studierende erhalten dort ein Visum, wenn sie sich innerhalb von 14 Tagen bei der lokalen Einwohnerkontrolle melden und Immatrikulationsbescheinigung, Mietvertrag und eine Bankbescheinigung vorlegen, die das nötige Geld für ein Studium nachweist.

Anstatt uns die Frage zu stellen, wer als nächstes Separationsbestrebungen entwickelt und vielleicht sogar umsetzen kann, beobachten wir nun die Engländer, wie sie vor einer unter Umständen siebenjährigen Übergangsphase stehen, in der geplante Veränderungen bis zur Unkenntlichkeit angepasst und um den lähmenden Ballast von Sonderfällen erweitert werden würden. Die Gewöhnungszeit wird uns in der Kurzlebigkeit der Medienlandschaft als eine Ewigkeit erscheinen und im Anschluss würde jeder wissen: War ‘ne doofe Idee.

Text und Foto: Martin Bader

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