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Wissen, wo es lang geht – Das neue Leitsystem im HSZ

TU Dresden barrierefreies Leitsystem im HSZ
Brailleschrift und QR-Code an den Türschildern sollen für bessere Orientierung im HSZ sorgen.

Worum geht's? TU Dresden, Hörsaalzentrum, Campus Navigator App, barrierefrei

Kürzlich wurde das neue barrierefreie Leitsystem im Hörsaalzentrum der TU Dresden offiziell eingeweiht. Wir haben einen Blick auf das zweijährige Projekt geworfen.

Ich kann mich noch erinnern, als ich das erste Mal zu spät kam, weil ich einen Hörsaal nicht finden konnte. Er befand sich in einem alten Gebäude, welches nicht zu meinen regulären Uni-Zielen gehörte – der genaue Name ist mir mittlerweile wohl zu Recht entfallen. Der Eingang lag in einem Hinterhof, alles war übertrieben verwinkelt, die Beschilderung kaum hilfreich. Die TU Dresden hat sich zum Ziel gesetzt, solche Situationen Vergangenheit werden zu lassen. Als inklusive Exzellenzuniversität muss es selbstverständlich werden, dass wirklich jeder den Raum seiner Wahl erreichen kann – und zwar rechtzeitig.

Als Vorreiterprojekt fungierte nun das Hörsaalzentrum. In einem zweijährigen Projekt, welches vom Januar 2017 bis Dezember 2018 läuft, soll die TUD im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ein übersichtlicherer und inklusiverer Ort werden. Dies bedeutet besseres Zurechtfinden für alle, insbesondere auch für Menschen, die im Alltag mit Behinderungen leben müssen.

Im HSZ wurden dafür neue Türschilder mit Brailleschrift und in Kontrastfarben installiert (Foto), weiterhin ein taktiles Leitsystem auf dem Boden, den Treppen und im Fahrstuhl. Das Prunkstück des Projekts ist jedoch die neue Campus-Navigator-App. Dort können Raumbelegungspläne jetzt auch online eingesehen werden. Möglich macht das ein QR-Code auf den „digitalen Türschildern“. Über die Sprachausgabe-Funktion können so Menschen mit Sehbehinderung die Rauminformationen erfahren. Ebenso besteht die Möglichkeit des live GPS-Routings. Ihr könnt euch also euren Standpunkt auf dem Campus über die App anzeigen lassen. Bislang ist dies nur außerhalb der Gebäude möglich, es soll aber bald ein detailliertes Routing innerhalb der Räumlichkeiten dazukommen.

Natürlich ist das System noch nicht vollends ausgereift, wie auch das Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Zentralen Technischen Dienste, des Corporate Designs und der Stabsstelle Diversity Management, bei dessen Einweihung klarstellte. Der finanzielle Rahmen reiche nicht aus, um jedes Gebäude auszustatten, teilweise sei dies bautechnisch auch nicht möglich, deshalb müsse man Kompromisse eingehen. Das Vorhaben finanziert sich nur zu 75 Prozent aus Sondermitteln, 25 Prozent werden von der Hochschule selbst bezahlt.
Trotzdem ist ein längst überfälliger Schritt zur barrierefreien Orientierung auf dem Campus getan – und es wird hoffentlich nicht der letzte bleiben.

Text und Foto: Florian Mentele

Jetzt seid ihr dran: Habt ihr ein tolles Projekt, das ihr gerne in der CAZ vorstellen wollt? Oder gibt es Probleme an der Uni? Über welche Campusthemen sollen wir in der CAZ berichten? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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