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Kein Supermarkt am Sonntag

Erfahrungen. Sami Bin Shokrana studiert an der TU Dresden Hydro Science and Engineering. Der 25-Jährige stammt aus Dhakka, Bangladesh. Dagegen wirkt Dresden wie ein Hort der Meditation. Wie lebt es sich als ausländischer Student in der Elbestadt? Über seine Erfahrungen mit deutschen Supermärkten und seine Eindrücke von Dresden berichtet Sami im Gespräch mit der CAZ.

Warum bist du gerade nach Deutschland gekommen?
Nach meinem Bachelor wollte ich mit einem Master anschließen. Zuerst habe ich an Kanada gedacht, aber in Deutschland sind die Studiengebühren viel geringer. Außerdem lebt ein Onkel von mir in Frankfurt am Main. Seit genau zwei Jahren und drei Monaten lebe ich hier.

Und warum hast du dich für Dresden entschieden?
Beworben hatte ich mich auch in Stuttgart und München. Aber der Studiengang an der TU sprach mich an. Die TU hat selbst in Bangladesh einen guten Ruf, außerdem ist die Stadt deutlich günstiger als München. Das Gesamtpaket passte also.

Was waren deine ersten Eindrücke vom Leben in Deutschland?
Also so organisiert! Und sonntags sind ja alle Supermärkte geschlossen! Am Anfang war ich völlig überfordert von den Ämtern und hatte auch Sorge, dass niemand Englisch spricht. Ich habe das Gegenteil erlebt, viele sprechen sehr gutes Englisch. Und die Menschen sind sehr hilfsbereit hier.

Hat dich auch die TU unterstützt?
Ja, sehr sogar, besonders mit den güns­tigen Sprachkursen. Mein Deutsch ist nicht so gut, aber das Ingenieur-Studium kostet sehr viel Kraft – Ende des Monats bin ich endlich fertig! (lacht)

Du stammst aus einem muslimischen Land. Bist du gläubiger Muslim?
Ich gehe regelmäßig in die Moschee am Straßburger Platz.

Wie nimmst du als Muslim die PEGIDA wahr?
Im November hätte ich mir nicht vorstellen können, dass 25.000 Menschen je dafür demonstrieren werden. Ich habe keine Angst wegen der PEGIDA. Für mich sind das viele frustrierte Bürger. Aber ein seltsames Gefühl bleibt. Am 5. Januar fand die Demo sehr nah an unserer Moschee statt, das hat mich beunruhigt. Dennoch: Ich fühle mich sicher und kann jedem die TU und Dresden empfehlen.

Hast du je Rassismus am eigenen Leib erfahren?
Nein, nie.

Das Interview führte Johannes Gehner
Foto: Johann Kirschneck

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