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Ab ins Körbchen – Kräuter sammeln in der Stadt

Worum geht's? Dresden, Kräuter, TU Dresden, DIY, Kochen

Vitamine gibt’s nicht nur an der Obsttheke im Supermarkt, sondern oft direkt vor unserer Haustür. Diese leckeren und gesunden Kräuter findet ihr auch in der Großstadt …

 

Kräuter zu sammeln liegt im Trend. „Man braucht nicht einmal einen Garten, kosten tut es auch nichts“, erklärt uns die Kräuterspezialistin und Köchin Ina Zerbitzsch, die früher Maschinenbau an der TU Dresden studiert hat. „Das sind aber nicht die einzigen Vorteile, wenn man in der Natur ernten geht. Ganz vorn im Rennen liegt ein Fakt, den sich viele Leute nicht bewusst machen: Wer in der Natur wilde Kostbarkeiten erntet, nimmt ungespritzte Pflanzen zu sich, die einen höheren Nährwert als solche aus dem Supermarkt haben.“ 

Wer wilde Kräuter sammeln will, geht am besten zuerst in die Bibo, wo es Pflanzenbestimmungsbücher gibt. Dann müsst ihr eine geeignete Wiese bzw. Stelle zum Sammeln finden. „Bevor es losgeht, bringt man seine Picknickdecke mit, macht es sich bequem und schaut sich um. Das Abschalten in der Natur ist der beste Nebeneffekt, den man sich wünschen kann. Am besten fern von straßennahem Gelände, vielleicht in der Nähe von Äckern oder vorsichtig in der geschützten Natur“, empfiehlt Ina Zerbitzsch. „Hundeklos und Privatgelände sollte man natürlich auch vermeiden.“

Und dann kann es auch schon losgehen. „Anfangen sollte man mit Kräutern, die für jedermann sehr leicht und eindeutig zu bestimmen sind. Dazu gehören für uns immer zuerst Löwenzahn und Gänseblümchen.“ Die Expertin erklärt, dass man bei Brennnesseln vor allem auf die mild schmeckenden Spitzen achten sollte. „Wer Angst vor der Pflanze hat, ist selber schuld“, sagt Ina Zerbitzsch. „Selbst wenn man mal gestochen wird, ist das Serum der Brennnessel gesund, und wer das Pieksen doch nicht so sehr mag, der kann zum Brennnesselpflücken lange Jeans anziehen und seitlich greifen, um den Kontakt zwischen Brennnadeln und Fingern zu vermeiden.“ Der Saft von Giersch (auch Geißfuß) oder Spitzwegerich wirkt lindernd bei Insektenstichen.

Spitzwegerich kann übrigens auch auf Vorrat für das WG-Bad gesammelt werden, denn er hilft bei wunden Füßen. „Irgendwann wird es ja auch mal wieder Winter – im Laufe des Jahres hilft selbst getrockneter Spitzwegerich ja bekanntermaßen auch bei Husten und Heiserkeit“, sagt Ina Zerbitzsch. 

Vorsicht bei Bärlauch. Die giftigen Blätter des Maiglöckchens sehen dem beliebten Kraut zum Verwechseln ähnlich. Wenn ihr unsicher seid, Finger weg!

Lecker und eindeutig zu bestimmen sind Kräuter wie Sauerampfer, der etwas minzige Gundermann und Vogelmiere – sie schmecken hervorragend im Salat. Aber: „Auf die Dosis kommt es an, Waldmeister und Gundermann dürft ihr nur sparsam verwenden!“, erklärt Ina Zerbitzsch. „Manche Kräuter kann man übrigens trocknen, die meisten halten sich aber nicht lange frisch. Am besten gleich essen, dann nimmt man alle Vitamine mit. Oder ihr transportiert eure Schätze locker in einem Korb nach Hause und isst sie innerhalb von einem Tag.“  

Text: Marion N. Fiedler
Fotos: AdobeStock/sonyachny; H.Zell/CC-Lizenz; Isidre blanc/CC-Lizenz; Marion N. Fiedler

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