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Dresdner Band macht Musik mit Flüchtlingen

Die Band Banda Comunale hat ein Projekt entwickelt, bei dem die Musik von Flüchtlingen einstudiert und aufgeführt wird. Am 14.10. spielen sie in der Scheune. Bandmitglied Alexander Valnov hat mit CAZ gesprochen.

 

 

 

 

CAZ: Danke, dass du dir für die CAZ Zeit genommen hast. Du spielst bei Banda Comunale Trompete und ihr seid sehr gut unterwegs in der letzten Zeit. Wie fühlt sich das an?

Alexander Valnov (AV): Es ist wunderbar, mit so tollen Menschen unterwegs zu sein. Wir verstehen uns wahnsinnig gut, und dann macht auch das Musizieren richtig Freude.

 

CAZ: In der Dresdner Szene seid ihr sehr vielfältig aktiv. Wofür genau setzt ihr euch als Band ein?

AV: Wir wollen erreichen, dass Dresden eine weltoffene Stadt wird, ohne Rassismus und Fremdenhass. Mit unserer Musik wollen wir mehr Aufmerksamkeit für jene Themen schaffen, damit keiner mehr einfach nur wegschauen kann. Viele Leute wollen sich mit diesem wichtigen Aspekt unserer Gesellschaft nicht auseinandersetzen.Wir wollen erreichen, dass sie uns zuhören und dass wir miteinander aktuelle Probleme anpacken können.

 

CAZ: Wie waren denn eure letzten Auftritte?

AV: Sehr erlebnisreich! In ihrer Art konnten unsere Shows gar nicht unterschiedlicher sein. Wir haben im kleineren und spontanen Rahmen für Flüchtlinge gespielt, aber auch auf Veranstaltungen wie dem Theaterfestival at.tension in Lärz. Aber auch auf Geburtstagen und andere Privatveranstaltungen wurden wir eingeladen.

 

CAZ: Hattet ihr überhaupt eine Spielpause über den Sommer?

AV: Ja, hatten wir. Das war auch nötig. Es tut uns auch mal gut, nicht immer nur unterwegs zu sein.

CAZ: Wer ist bei euch die treibende Kraft?

AV: Gibt es bei uns nicht, denn wir stemmen das Bandprojekt alle zusammen.

 

CAZ: Setzt du dich neben dem Trompetenspiel noch andersweitig für die Band ein?

AV: Ja klar. Zum Beispiel helfe ich beim Booking und in der Öffentlichkeitsarbeit mit, setze aber auch oft Noten aus. Zum Beispiel für unser neues Projekt „Banda Internationale“. Ich höre mir die Stücke an und schreibe das Material für die Instrumentalisten dann aus, sodass wir es in Probe und Konzert entwickeln und vorführen können.

 

CAZ: „Banda Internationale“ bringt die Musik von Flüchtlingen zur Aufführung. Wie kam es zur Idee und wie wollt ihr diese umsetzen?

AV: Die Idee ist nicht neu, aber gerade hier in Dresden ist es schon ein gutes Statement. Unser Klarinettist Michal war der Initiator und treibt das Projekt jetzt mit voller Kraft voran. Das Konzept ist simpel: Wir wollen unsere Band um musizierende Flüchtlinge erweitern und dann deren und unsere Musik gemeinsam erproben und performen. Es ist schwierig, Musiker zu finden, die dazu bereit sind. Die Flüchtlinge sind größtenteils schwer traumatisiert und haben im Moment mit anderen schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. An Auftrittsanfragen mangelt es bei uns aber nicht.

 

CAZ: Gibt es bereits erste Stücke in diesem Format zu hören? Wie klingen sie?

AV: Ja, diese gibt es bereits. Zum Beispiel das Stück vom syrischen Sänger und Komponisten Sabah Fakhri. Von der Form her ist es ein Lied, die Melodie klingt in ihrer Simplizität sehr beeindruckend, seine Musik ist sehr eingängig. Wir sind aber natürlich nicht nur auf syrische Traditionen fokussiert, sondern für Musik aus allen Nationalitäten offen.

 

CAZ: Wann kann man euch wieder in Dresden hören?

AV: Am 14. Oktober gibt es in der Scheune eine Veranstaltung „Subkultur in Zeiten der Ungewissheit“, zu der wir einen musikalsichen Beitrag leisten werden. Vielleicht ein Stück von unserer neuen Platte „Schall und Rauch“. Das nächste öffentliche Konzert mit dem kompletten Programm gibt‘s am 17. Dezember in der Groovestation zu erleben.

 

CAZ: Und was ist die Message von diesem Album, wenn du es in einen Satz fassen würdest?

AV: Lang lebe die Blazmuzik!  

 

Infos zur Band gibt es auf www.bandacomunale.de

 

 

Text und Foto: Marion N. Fiedler

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