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Partyverbot an kirchlichen Feiertagen – wie seht ihr das?

An vier Feiertagen in Sachsen gilt ein Partyverbot. Nicht jeder kann das nachvollziehen, vor allem, wer konfessionslos ist. Schließlich sind Staat und Kirche offiziell getrennt. Wie seht ihr das?

Am Vorabend des Karfreitag fand in der Dresdner Neustadt eine ungewöhnliche Demonstration statt: Mit Pokémon-Song und 90er-Hits wurde gegen das Feierverbot am Karfreitag und anderen kirchlichen Feiertagen demonstriert.

Zunächst: Ja, es war die Idee des Ordnungsamtes, den Demonstrationszug über die Königsbrücker Straße ziehen zu lassen. Die wurde auch gebührlich abgesperrt für die knapp 75 Demonstrationsteilnehmer. Angemeldet von der jungliberalen Aktion Dresden, mit Unterstützung der Linksjugend Dresden, den Jusos Dresden und der Grünen Jugend sollte gegen das Tanzverbot am Karfreitag und weiteren Tagen demonstriert werden.

Die Demonstration zog gegen 20 Uhr von Jorge-Gormondai-Platz (am Albertplatz) über die Königsbrücker Straße in den Alaunpark. Dort blieb sie bis 21.45 Uhr und fungierte mithilfe des Lautsprecherwagens der Linksjugend als mobile Disco. Auf dem Rückweg ging es durch die Neustadt - was einige Aufmerksamkeit erregte. Zumal die Musikauswahl, die eher Trash-Charakter hatte, sehr Demonstrations-untypisch war. Zurück am Ausgangspunkt (dort aufgrund von Lärmschutzbestimmungen nicht mehr mit Musik) wurden noch Redebeiträge verlesen. 

In diesem Zusammenhang richtete sich die Demonstration auch gegen eine unvollständige Trennung von Staat und Kirche. Betont wurde, dass es nicht gegen die Religionsausübung einzelner Mitbürger gehe – dennoch die Freiheitseinschränkung konfessionsloser oder andersgläubiger Menschen eingeschränkt werde. In Sachsen sind insgesamt vier Tage mit Tanzverbot belegt. Neben dem Karfreitag ist noch am Volkstrauertag (zwei Sonntage vor dem 1. Advent), am Buß- und Bettag (11. Tage vor dem 1. Advent) und am Totensonntag (letzter Sonntag vor dem 1. Advent) das Tanzen verboten. Damit ist Sachsen im bundesweiten Vergleich zwar eher „tanzfreundlich“, doch wird das Gesetz hier recht hart durchgesetzt. Verstöße gegen das Tanzverbot werden mit bis zu 5000 Euro Strafe geahndet.

Wie seht ihr das? Haltet ihr das Verbot für zeitgemäß oder sollte es abgeschafft werden? Schreibt an post@caz-lesen.de

Text und Foto: Maximilian Helm

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