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Katiju: Musik über die Kontinente hinweg

Katiju studieren Musik in Dresden
Katiju studieren Musik in Dresden

Worum geht’s? Musik, Konzert, Musikhochschule Dresden, Zollhof Pirna

An der Dresdner Hochschule für Musik hat sich eine international orientierte Band gegründet. Katiju machen folkloristische Musik, die sie aber ganz neu interpretieren.

Habt ihr auch Lust, diese herrliche Frühlingsluft tief einzuatmen, der SLUB zu entkommen und etwas Sonne abzufassen? Gehen wir mal davon aus, dass ihr euch heute den Abend freischaufeln könnt. Ein Ausflug per Rad oder Bus in die idyllische Nachbarstadt Pirna birgt heute eine spontan entdeckte, aber nennenswerte Überraschung: Wir haben da einen Konzerthinweis der besonderen Art für euch!

Die Band Katiju besteht aus drei Musikstudenten, die an der Dresdner Hochschule für Musik (HfM) im vierten Semester studieren: Julia Schüler (akustische Gitarre), Jakob Hegner (Schlagzeug) und Evin Kücükani (Gesangsstundentin) haben sich als „Katiju“ zusammen getan.  

Den Bandnamen haben sich die Viertsemestler selbst ausgedacht, nachdem im November nach einigen Proben der erste Auftritt im „Café Saite“ anstand. Was also steht hinter den drei jungen Musikstudenten und dieser Wortkreation? Die Gitarristin Julia fasst den Stil, in die „Kajitu“ gewachsen ist, so zusammen: „Wir machen folkloristische Musik, die wir auf unsere Art und Weise neu interpretieren, viele östliche und westliche Lieder, zum Beispiel brasilianische.“ Sängerin Evin ergänzt: „Alle östlichen Lieder habe ich eingebracht. Meine Eltern kommen beide aus der Türkei, mein Vater ist Kurde, und nach der Schule habe ich mich jetzt mehr mit meinen Wurzeln beschäftigt und freu mich, dass ich diese Farbe auch während meines Studiums neu entdecken und interpretieren kann.“ 

Politische Songs und Liebeslieder

Ihre Eltern und Großeltern fanden es klasse, dass sich Evin mit den Traditionen ihrer Heimat auseinandersetzt, haben aber das Liedgut vom Stil und dem neu gewonnen Ausdruck nicht sofort wiedererkannt. Das nimmt die Band aber auch als Lob. Es ist gut so, dass an der HfM zum einen ja auch Kunst gemacht wird und zum anderen den Songs in den neuen Gewändern damit ein Eingang in eine andere Gesellschaft und Generation ermöglicht wird. „Ich habe Lieder gewählt, die mir gut gefallen haben, die mir zum Beispiel auch während meiner Reisen oder beim Anhören meiner kurdischen Lieblingsmusiker aufgefallen sind. Manche Lieder sind auch politisch“, erklärt sie. „Sie erzählen zum Beispiel in Liebesgeschichten und sehr persönlichen Worten auch davon, dass man sein eigenes Selbst leben darf und vom Staat nicht abhängig sein muss. Zwischen den Zeilen schwingt in den kurdischen Stücken immer ein kleines Stück Protest mit. Ich finde das sehr spannend.“

In der Formation verschmelzen all die genannten Farben zu einem exotischen Ganzen, vielleicht kann man es Kunst-Folk nennen? Jeder der Musiker bringt sich dabei mit ganz eigenen Farben ein. Wo Evin natürlich über ihre Sprache und die Wurzeln ihrer Familie verfügt, erschaffen ihre beiden Bandkollegen vor allem von der instrumentalen Seite eine schöne Basis für die Stimme der jungen Studentin.

Eintauchen in eigene Klangwelten

Die eigene Musik, die Erfahrung im Genre und das Interesse an jenem neuen Mix ist bei den beiden Instrumentalisten spürbar. So hat Schlagzeuger Jakob schon seit seiner Kindheit, da seine Eltern entsprechend als Musiker unterwegs sind, mit folkloristischer Musik zu tun. „Neben dem Schlagzeugspielen probiere ich mich sehr gern mit Percussions aus, und bei Katiju spiele ich vor allem Cajon für die brasilianischen Stücke.“ Er ergänzt: „Für die kurdischen und türkischen Songs performe ich aber auf einer sogenannten Darabuka, die man hierzulande vielleicht nicht so kennt. Das ist eine arabische Handtrommel, die im Vergleich zu anderen perkussiven Instrumenten etwas feiner, aber trotzdem sehr präzise und knackig klingt.“ 

Auch Julia holt aus ihrem Instrument neue Klänge heraus und genießt die Entdeckungen und die Reise, die sie mit ihren Bandkollegen geht: „Wir können, was die Saitenklänge anbelangt, nicht mit den traditionellen Instrumenten arbeiten, aber ich versuche zum Beispiel auf meiner Gitarre durch verschiedene Stimmungen auch besondere und seltene Klänge zu erzeugen, die die Zuhörer in unsere eigene Klangwelt entführen soll.“

Mehr über Katiju gibt's auch bei Facebook.

Text: Marion N. Fiedler
Foto: PR

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