Schreib uns per WhatsApp: 0172 77 18 33 4

Syrien-Film: Stimmen aus dem Kriegsgebiet

Der Krieg in Syrien, zwei Studenten und das Videomaterial eines syrischen Freundes sind der Ausgangspunkt für einen Film, der von der Realität des Krieges in dem arabischen Land erzählen soll.

Wie sollte eine realitätsnahe Berichterstattung aussehen? Haben Außenstehende eine Möglichkeit, in die Konflikte unvoreingenommen hineinzusehen? Ist der syrische Krieg nur weit weg oder schwappt er auch nach Deutschland herüber? Diese Fragen stellte sich Robert Dobe, Student für Medienwissenschaften und Kunstgeschichte im 12. Semester in Halle-Wittenberg, wieder und wieder, als er von seinem Kommilitonen Omar Shalash angesprochen wurde: „Er erzählte mir von seinem Freund Tamer Alawam, der sich als Aktivist gegen den Krieg in Syrien eingesetzt hat. Es hat mich stark berührt, wie er mithilfe von Filmmaterial, das auch von der Bevölkerung gedreht worden ist, für Aufklärung gekämpft hat“, erklärt der Student. „Leider ist er im September 2012 durch einen Granateneinschlag in Syrien ums Leben gekommen, das hat uns schwer getroffen.“
'
Die Videomaterialien, die die angehenden Medienwissenschaftler kurz darauf auf einer Festplatte erreichten, sprachen für sich. Und deshalb wollten die beiden Studenten sie nicht einfach nur verstauben lassen. „Wir haben ein Konzept geschrieben und uns getraut, das Projekt kurz darauf auf einer Messe der Mitteldeutschen Medienförderung zu präsentieren“, sagt Robert und fährt merklich zufrieden fort: „Unser Konzept war zwar noch nicht ausgereift, aber wir konnten uns dadurch von der Filmidee begeisterte Profis ins Boot holen.“ Das ist nun das Team um Uwe Nadler, Filmkünstler und Gesellschafter von ravir Film Dresden: „Als wir vom Plan der beiden hörten, waren wir sofort von dem Stoff berührt.“

Robert Dobe steckt voller Tatendrang: „Wir werden einerseits Tamers Arbeit präsentieren“, erklärt der Nachwuchsfilmer. „Für mich ist es vor allem wichtig, dass wir Auswege aus dem Krieg aufzeigen und authentische Stimmen aus dem Krisengebiet zur Sprache kommen lassen. Auch wollen wir erreichen, dass die Auswirkungen des Syrienkonflikts, die auch hier in Deutschland angekommen sind, dargestellt werden, also Meinungsspaltung und Vorurteile.“

Mit Dresdner Studenten ist das Team auch schon in Kontakt. So überlegen sie gerade, welche Band von der Dresdner Hochschule für Musik den Soundtrack beisteuern soll. Um das Projekt umzusetzen, sollen diverse Förderungen und eine Crowdfunding-Aktion helfen. „Wir brauchen Geld, unter anderem für die Drehreisen nach Jordanien“, erklärt Uwe Nadler und ergänzt: „Wir hoffen, auch noch engagierte Leute ins Boot zu holen, damit der Film zum Schluss eine gute Außenwirkung entwickeln kann. Wir wollen ja auch erreichen, dass wir Deutschen anfangen, unsere Rolle im gar nicht so weit entfernten syrischen Krieg zu überdenken.“ Der Film soll im Sommer 2016 fertig sein.

Mehr über das Projekt und die Crowdfunding-Aktion findet ihr hier.

 

 
Text und Foto: Marion N. Fiedler

 

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...