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Vom Studienabbruch zur Musikkarriere

Die heute 29-jährige Musikerin Eva Glöß hat kurz vor den finalen Prüfungen ihr Musikstudium geschmissen, weil sie mehr mit Menschen arbeiten wollte. Eine gute Entscheidung.

 

 

Eva Glöß ist mit Musik groß geworden und hat, noch bevor sie laufen konnte, erste Erfahrungen mit ihrem Hauptinstrument, dem Klavier, gemacht. In der 11. Klasse hat sie eigenständig ein bald fünfzig Musiker umfassendes Gospelprojekt aufgebaut, aus dem sich auch Auftritte und Workshops ergeben haben. „Damals war mir klar, dass die Musik für mich mehr als nur ein Hobby ist“, sagt Eva Glöß. „Ich war vor allem in der Klassik zu Hause, wollte aber meinen Horizont erweitern.“ Entsprechend hat sie dann 2006 ein Schulmusikstudium begonnen.

„Das Studium hat mir eine wichtige Grundlage geboten“, erinnert sich Eva Glöß. „Ich habe viel über Songaufbau, Liedgestaltung und eben auch viel über Jazz und Pop gelernt und natürlich viele Stile erkundet.“ Dennoch hat sie sich in ihrem Lehramtsstudium Musik und Deutsch nicht komplett wohlgefühlt. „Ich habe bereits im ersten Praktikum gemerkt, dass sich der Beruf, auf den ich hinstudiere, nicht mit meinen Stärken deckt. Als ich dann 2009 das erste Mal vor einer Klasse stand, wurde mir klar, dass ich einfach keinen Zugang zu den Jugendlichen finden konnte.“ Umso bewusster hat Eva Glöß in den kommenden zwei Jahren dann weiter studiert, um ihren Weg zu finden.

Im Februar 2011 entschied sie sich dann, das bis auf die finalen Prüfungen und Scheine komplett absolvierte Studium abzubrechen. „Das war eine echt schwere Entscheidung, weil ich in meine Zeit an der Hochschule so viel investiert habe“, erklärt sie. „Mein Umfeld hatte mich bereits als Berufsmusikerin gesehen, aber irgendwie bin ich dann eben in eine Sackgasse geraten.“

Weil Eva Glöß wusste, dass sie mit Menschen arbeiten wollte, fing sie ein Fernstudium zur psychologischen Beraterin an. „Das Studium war genau das Richtige für mich. Ich habe es zielgerichtet durchgezogen und innerhalb von drei Jahren noch um einen Abschluss zum Bachelor in Sozialer Arbeit an der TU ergänzt.“

Ihre Musik begleitet sie weiterhin. Vor zwei Jahren schrieb sie zum Beispiel mit der Texterin Annett Maschke ihr erstes Kindermusical, welches damals zu Weihnachten in der Jesusgemeinde uraufgeführt worden ist. „Ich fühle mich befreiter denn je und bin dankbar für die Ausbildung an der HfM, die mir meinen Horizont erweitert hat“, freut sich Eva Glöß, die inzwischen auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie arbeitet. „Jetzt habe ich mich über die Jahre beruflich gefunden und kann dennoch meine Musik weiterentwickeln.“

Im Konzert am 6. Februar auf der Winterbergstraße 19 in Dresden-Gruna wird sie ihre eigenen Songs vorstellen. Das Programm, welches sie präsentiert, ist mit „Wohnzimmerlieder“ betitelt. „Musikalisch bewege ich mich zwischen Liedermacher, Chanson und lyrischem Pop, ich wurde während des Schreibens aber auch vom Jazz beeinflusst.“ Das Hauptthema in ihrem Programm ist die Wertschätzung der kleinen Dinge des Alltags, wie zum Beispiel wohltuende Begegnungen. „Am wichtigsten sind mir Echtsein, Authentizität und dass sich jeder traut, mit einer natürlichen Bescheidenheit seine ganz eigene Persönlichkeit zu leben. Diese Form des Angenommenseins habe ich selbst gerade in den letzten Jahren durch meinen christlichen Glauben erlebt und möchte mit dem Konzert meine positiven Erfahrungen weitertragen.“

Text: Marion Fiedler

Foto: privat

 

 

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