Schreib uns per WhatsApp: 0172 77 18 33 4

Anette Askvik: Subtiler Freiheitsdrang

Worum geht’s? Musik, Songwriting, Norwegen, Gesellschaft, Emotionen

Das Album „Liberty“ der Sängerin und Songwriterin Anette Askvik überzeugt mit verspielt-kunstvoller Liedpoesie. CAZ-Musikredakteurin Marion Fiedler stellt es euch vor.

 

Auf dem Album „Liberty“ fasst Anette Askvik viele ihrer kleinen fragilen Gedanken und zarten Sounds in ein überraschend standhaftes Statement ihrer „zwischen den Zeilen“ selbstbewussten Lebensphilosophie zusammen. Sehnsuchtsvolle Saxophonrufe ergänzen die minimalistischen Klänge des ersten Liedes „Liberty“, in dem die norwegische Sängerin und Songwriterin den Status der Freiheit und Demokratie in unserer Gesellschaft hinterfragt. Auch der zweite Song darf in einem Nebel mehrerer Streichinstrumente und hauchiger Gesangsstimmen eine eher zarte Atmosphäre schaffen. Der Liedtext über einen Vogel, der die ganze Welt gesehen und dann eingefangen und zivilisiert wird, bricht an manchen Stellen allerdings trotzig hervor – Anette Askvik zeichnet mit ihren gesungenen Tönen wie auf einer Leinwand.

Der Song „April“ erinnert vom Songwriting und der Ausstrahlung her an erste Taylor-Swift-Stücke und bringt mit einer von Anette Askvik zusammengestellten Soundcollage verschiedener Aufnahmen, die sie selbst in ihrem Alltag mitgeschnitten hat, einen ersten belebten kleinen Beat auf die Platte. Das Lied handelt vom Überstehen des Winters und von den ersten fröhlichen Gesängen des Frühlings. Die Art und Weise, in der dieser Song aufblühen darf, ist wunderschön und bietet Anettes ausdrucksvoller Stimme ein schönes Fundament.

Das Album „Liberty“ besingt, passend zu Anettes Stimmklang, zarte Wünsche, die aber einen festen Kern haben. So hat die norwegische Sängerin in das Lied „Under the tallest tree“ viele starke menschliche Emotionen in kleine Beobachtungen und Situationen um fallende Blätter unter Bäumen eingebunden. Fragil gesungen, aber kraftvoll ausgedrückt. Wer richtig hinhört, wird definitiv die intensive Wirkung dieser Songs spüren.

Manche Songs, wie „Blue Lights“, leben von den Aufnahmen, für die die junge Norwegerin in ihrem Heimatland bekannt geworden ist: Sie hatte es sich früh zum Hobby gemacht, mit einem Aufnahmegerät durch ihren Alltag zu gehen und von Baustellen bis hin zu Geräuschen in der Natur Klänge einzufangen, die in den Liedern mit oder ohne Bearbeitung einen besonderen Sound abgeben. Gerade das auf Individuen von der Gesellschaft auferlegte Zwänge kritisierende Lied „Blue Lights“ erstrahlt in diesen schönen Klängen und spielt sich in eine klanglich reizvolle, gut arrangierte Ekstase.

Das selbstbewussteste Lied auf der Platte ist der Song „Time to move on“, in dem Anette Askvik die Trennung und die Sehnsucht zur befreienden Veränderung nach einer langen und scheinbar intensiven Beziehung ohne Aussicht auf Zukunft besingt. Über Farbmetaphern wechselt sie von den träumenden Strophen im Refrain immer in ihren realitätsnahen Entschluss, sich nach vorn zu bewegen.

Mehr über Anette Askvik und ihre Musik. 

Text: Marion N. Fiedler
Foto: PR

Zurück

Um die Nutzung unserer Website zu erleichtern, verwenden wir „Cookies“ und die Analyse-Software „Matomo“ (ehemals Piwik). Unsere Website verwendet auch „Cookies von Drittanbietern“, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können. Mehr dazu ...