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Jazzig – „Currency of Man“ von Melody Gardot

Die Amerikanerin Melody Gardot bringt uns auf ihrem Album „Currency of Man“ Pop mit deftigen Beats, die direkt vom Ohr in die Beine gehen.

 

Das Album ist ein besonderes: „Currency of Man“ ist nicht nur darauf angelegt, spannende Musik mit Melodys faszinierender Stimme zu vereinen. Gleichermaßen schickt es tiefgründige Worte in die Welt. Denn die Lieder sind quasi auf den Straßen von L.A. entstanden, wo Gardot Menschen, die um ihre Existenz kämpfen und teilweise auch von der Gesellschaft ausgestoßen sind, beobachtet hat.

Die amerikanische Sängerin gibt spürbar viel Herzblut in die musikalische Message hinein. Man spürt ihr Ansinnen, für Gleichberechtigung jedes Menschen einzustehen und jeder Person mit Respekt und Menschlichkeit gegenüber zu treten. Entsprechend lohnt es sich bei diesem Album, genau auf den Liedtext zu hören. Trotz der vielen kleinen Aspekte, die die CD spannend machen und einen auch nach mehrmaligem Hören schlicht nicht mehr loslassen, kommt ihr starker Ansatz der Nächstenliebe auf intensive Weise immer wieder zum Tragen.

Und das erfährt man auch durch das kreativ angelegte musikalische Konzept von „Currency Of Man“. Die Musik des Albums wirkt besonders, vergleicht man sie mit anderen Gardot-Platten. Zum einen hätten wir da das Genre. Die Reise, die die Amerikanerin seit Beginn ihrer Karriere in Musik gießt, bringt faszinierende Klänge hervor. In den ersten Jahren noch ganz in der Jazzmusik zu Hause, 2012 mit „The Absence“, dann eher im Norah-Jones-ähnlichen Easy-Listening-Pop. Mit „Currency of Man“ scheint Melody Gardot diesen Deal zu siegeln. Frisch im Pop angekommen, erfreuen uns deftige Beats, die in die Beine gehen, aber eben auch die bewegenden Worte, eine geschmackvoll arrangierte und kraftvoll orchestrierte musikalische Botschaft.

Gardot zeigt sich mit „Currency of Man“ als wandlungsfähig. Und kehrt zu ihrer facettenreichen musikalischen Tiefgründigkeit der ersten Jahre zurück, die dieses Mal sogar fast filmmusikalische Ansätze mit sich bringt. Ein neues klangliches Konzept, welches ihre schöne Stimme ganz neu wirken lässt. Mit Larry Klein an der Seite erschuf sie ein Album zwischen Extase und minimalistischen Klangformen, die von diversen Formationen auf den Punkt gebracht werden. Und auch da hat sich Melody Gardot einen besonderen Weg ausgetüftelt. Einer der Klangkörper auf dem Album ist ein Chor, der sich aus hundert Stimmen von ihren Fans auf Facebook bilden durfte.

Ihrem Aufruf, dass eigentlich jedermann auf der Platte mitwirken kann, sind entsprechend viele Leute gefolgt. Auch erklingen eine Band, die zu differenzieren weiss, ein Sinfonieorchester sowie fast esoterisch klingende Schlagwerke. Und eben die Stimmen und Geräusche, die der Produzent quasi direkt von der Straße ins Studio geholt hat. Eine Fülle, die nicht zu dick aufträgt, aber bereits beim ersten Hören eine ungeahnte Reichhaltigkeit ausstrahlt.

Das Album wirkt dadurch nah, und ohne den Prozess eines tiefgründig arbeitenden Künstlers als alltäglich zu entlarven, schafft es Gardot, eine Vertrautheit schaffende Alltäglichkeit in die Ohren ihrer Zuhörer zu transportieren. Sie spielt mit den Sounds, die in unser aller Leben vorkommen, bringt ihre Nachricht auf Ebenen, in denen man einfach nicht mehr weghören kann, gibt aber der Magie der Musik einen Raum, in der sich die künstlerische Ausdruckskraft ohne Grenzen entfalten kann. Das Album ist eine Nachricht, ein längst überfälliges Statement, ein Wunderwerk. Und nicht zuletzt purer Genuss.

Mehr Infos zu Melody Gardot findet ihr auf ihrer Website.

 

Text: Marion N. Fiedler

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