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Kubanische Klänge unterm Weihnachtsbaum

Worum geht’s? Musik, Weihnachten, Weihnachtslieder, Kuba

Weihnachten mit hitzigen Rhythmen und kubanischen Gesängen? Und das ohne ins Flugzeug zu steigen? Das geht mit dem Album „Christmas Meets Cuba“.

Die Band „Klazz Brothers & Cuba Percussions“ bringen mit ihrem Weihnachtsalbum einen warmen, rhythmischen Gegenpol zur traditionellen oder poppigen Weihnachtsmusik, die auf dem Weihnachtsmarkt (und sind wir mal ehrlich, in der Adventszeit auch sonst überall) dudelt.

Die traditionellen deutschen und internationalen Adventslieder der Crossover-Band werden auf dem Album „Christmas Meets Cuba“ (Sony) in süd- und mittelamerikanischen Stilen dargeboten, und das finde ich spannend genug, um euch dieses Album als Dezember-CD-Tip mit auf den Weg in die besinnliche Zeit des Jahres zu geben.

Ein „Santa Claus is Coming To Town“ mal nicht jazzig, sondern kubanisch? Herrlich. Da wird einem mit dem Eröffnungs-Song der Platte richtig warm am Weihnachtsbaum. Das „Jingle Bells“ im jazzigen, südamerikanischen Stil klingt endlich mal nicht nach den üblichen Darbietungen des doch schon recht abgedroschenen Weihnachts-Gassenhauers. Und auch ein von einem Kinderchor unterstütztes „Kling Glöckchen“ geht dank der mitreißenden Perkussionsklänge gleich ins Blut.

Klar, Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Traditionen. Die ganze Familie feiert mit, und die ältere Generation mag es da am ehesten ruhig, gediegen, traditionell. Und da haben unsere Eltern und Großeltern ja auch recht – es ist wichtig, dass man sich in unserer recht hektischen, international verwirbelten Welt in der Adventszeit auf das Wesentliche und Regionale konzentriert. Und das bezieht sich eben auch auf die Lieder, die man singt und hört.

Was mich persönlich anbelangt - ich bin ein Fan von Abschalten. Ganz klar. Aber was die Weihnachtsmusik betrifft, war ich schon immer ein Fan von neuen Klängen und frischen Arrangements. Wer als Musiker in solche neuen Sounds investiert, unterstützt in meinen Augen auch den zeitgemäßen Hörgenuss und setzt eine Hommage an die gewählten Weihnachtslieder. Mir gefallen besonders die Lieder, die in neuen Arrangements eine vielleicht auch exotische Farbe an den traditionell geschmückten Weihnachtsbaum zaubern. Und das schaffen die „Klazz Brothers & Cuba Percussions“ wirklich ganz wunderbar. Auf „Christmas Meets Cuba“ findet ihr einen angehnehm hitzigen Mix, der sich hören lassen kann.

Ein Musiker der Platte darf an dieser Stelle nicht ungenannt bleiben. Der 31-jährige, im kolumbianischen Barranquilla geborene Jazzpianist Bruno Böhmer Camacho hat sich nach seinem Musikstudium in Essen und Boston zu einem der führenden Latin-Pianisten gemausert und tourt seit 2010 mit den Dresdner Klazz Brothers um Kilian Forster am Bass und Tim Hahn am Schlagzeug. Sein virtuoses Spiel ist das eine Highlight auf dem Album, ein anderes sind aber auch die klug ausgetüftelten Arrangements, die zum Schluss für einen runden, für deutsche Ohren wunderbar exotischen Hörgenuss traditioneller Weihnachtslieder sorgen. Mit seinen Arrangementideen inspiriert er die Klazz Brothers schon seit Jahren und wird dabei auch von der Gruppe „Cuba Percussions“ an diversen Percussionsinstrumenten unterstützt. 

Eines meiner Favorites der Platte ist ein herrliches „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ für Erwachsene, wenn ich das mal so nennen darf. Unter den talentierten Fingern von Bruno Böhmer Camacho atmen die Flügeltasten in tiefen Zügen in ein überraschend entspanntes, simplistisches und flächiges Stück, welches erst nach zweitem Hinhören dem sonst recht kindlich interpretierten Weihnachtslied entspricht.

Die Platte ist übrigens nicht rein instrumental. Die Sängerinnen Silje Nergaard, Cristin Claas und Yaqueline Castellanos bieten mit ihren zumeist sanften, besinnlich geführten Stimmen einen Gegenpol zum hitzigen Gesang der ebenfalls kubanisch singenden Männer.

Mehr über Klazz Brothers & Cuba Percussions

Text: Marion N. Fiedler
Foto: Mirko Joerg Kellner

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