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Leslie Clio mit "Purple": Zeit zum Weiterziehen

"Purple" von Leslie Clio
"Purple" von Leslie Clio

Worum geht’s? Musik, Elektropop, Hawaii, Waikiki, Abhauen

Leslie Clio ist ein Phänomen. Die Stimme und die Songs ihres neuen Albums „Purple“ wetteifern miteinander. Und dabei träumt sie eigentlich von Hawaii.

Meint sie‘s ernst? Oder sollte man von ihrem frechen Lachen in der Single ihres neuen Albums herleiten, dass Leslie einfach nur genug hatte von den lockeren Jungs? Wenn man ihren Worten glaubt, hat sie sich längst „nach Waikiki“ verpisst, und auch wenn es ok ist, hinterlässt Leslie nun die Scherben ihres gebrochenen Herzens in Paris.

Solche Liedtexte, die definitiv auffallen und hängenbleiben, schmettert die junge Lieder schreibende Sängerin auf ihrer von der Embassy of Music unterstützten Platte „Purple“. Und zwar mit einer nicht minder selbstbewussten, starken Stimme.

Ihre Single „Leaving“ erzählt nämlich genau diese Geschichte des Weiterziehens, von gepackten Koffern, die in Paris bereitstehen. Lieder übers Abhauen, an die sich auch die anderen Songs thematisch und musikalisch anschmiegen. Mit einem selbstbewussten „Na wenn du weiterhin so viel Blödsinn erzählst, zeig ich dir mal, wo dies bei mir hingeht – hier rein, da raus“ könnte man ihr eingängiges Statement zum unausgeglichenen Kommunizieren ungefähr übersetzen.

Die deutsche Sängerin singt in feinstem Englisch, und das fällt positiv auf. Ihre Aussprache klingt klasse authentisch, als würde sie zum Beispiel auf ihre Lieblingsinsel gehören – Hawaii hat es ihr angetan.

„Ich gehe wieder nach Manoa – ich verpisse mich nach Waikiki“ – ihr Ausdruck ist auch vom Slang der Straße geprägt. Und was zu diesem Fakt in einem interessanten Widerspruch steht: Die Metaphern in ihren Liedern untermauern ihre freche, lockere Sprache aber noch mit einer überraschenden Tiefgründigkeit. Denn Leslie hat gemeinsam mit dem Team aus Songwritern, die sie unterstützen, auch poetische, kunstvolle Wendungen gefunden, um ihre Gefühle auszudrücken. Gleich das erste Lied, in welchem sie Lügen mit Gold vergleicht, wäre ein Beispiel dafür, in dem sie interessante Aussagen zur Kommunikation und Wahrnehmung der Realität in eine eindrucksvolle, simple Melodieführung webt. Viele ihrer Lieder werden von fließenden, basslastigen Elektroarrangements getragen.

Zum anderen hören wir aber auch fluffige, aufstrebende Aussagen, die durch die entsprechenden musikalischen Vibes unterstützt werden. Denn Beat ist in einer gewissen Weise überall dabei. Eine jugendliche Lebensfreude spürt man auf dem Album, und eine freche Leslie-Energie. Aber eben auch eine ganze Menge an Fragen, die in den Liedtexten aufkommen und hitzig im dunkel gehaltenen Elektro-Pop-Arrangement der Platte vor sich hinschwelen.

Alles in allem kann man zu dieser Musik tanzen und entspannen, der gut produzierten Vielfalt des Albums gebannt zuhören oder die Songs im Hintergrund laufen lassen, lachen oder weinen, suchen und finden. Die Offenheit der Themen, der Sprache, der Musik und die vielseitigen, kräftigen und ungekünstelten Klänge von Leslies Stimme werden euch auf eine Reise nach Hawaii schicken, wenn ihr Pop, Elektro oder gutes Songwriting mögt.

Ich empfehle euch, das Album zu bestellen, zum Beispiel direkt als CD. So wie die Videos kunstvoll hergestellt sind, liegt der Platte ein stimmungsvolles Booklet mit allen Liedtexten bei. „Purple“ bekommt man schon für 13 Euro.

Text: Marion N. Fiedler
Foto: PR

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