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Powermucke: „Make A Move“ von Gavin DeGraw

Gavin de Graw make a move

Worum geht’s? Musik, Gavin De Graw, Pop, Nashville

Diese Platte ist ein reiner Gute-Laune-Booster für trübe Tage. Musikredakteurin Marion Fiedler hat sie diesen Sommer rauf und runter gehört.  

 

Gavin DeGraw ist ein Musiker aus Nashville. Leider ist er hierzulande kaum auf Tour oder im Plattenladen vertreten. Aber der macht einfach nur geile Musik … Warum sein Pop vielleicht sogar süchtig macht? Mmmh … lasst mich damit anfangen: Die Songs sind einfach unheimlich kraftvoll.

Jedes der der Lieder auf „Make a Move“ hat etwas Bewegendes. Egal, ob der Track durch die auffällig animierenden Beats aufblüht oder den gut performten Gesang von Gavin. Dabei klingt die Stimme einfach nur gut. Sobald er den Mund aufmacht, erkennt man sofort das außergewöhnliche Talent. Solch eine Energie hat so mancher im Musikbusiness hochgepuschte „Star“ nicht.

Mir gefällt die gefühlte Ehrlichkeit in der Stimme. Klar, ist Geschmackssache. Aber irgendwie erscheint mir Gavin durch den vertrauensvoll motivierenden Gesang inzwischen sogar wie eine Art guter Freund, da mich seine Songs schon in verschiedenen Kapiteln meines Lebens begleitet und immer wieder positiv bestärkt haben.

Jeder Song ein Feuerwerk 

Wenn du die Scheibe einlegst (oder den Spotify-Link anklickst), merkst du, dass dieses Album keine Miesepeterstimmung verbreitet. Im Gegenteil. Gavin DeGraw legt großen Wert auf gute Musikproduktion und wählte für „Make a Move“ musikalisches Material, das dich animieren soll.

Die Arrangements sind mitnichten langweilig. Und tolle Lieder schreibt er. Die Songstrukturen wurden geschickt erschaffen und viele zündende Ideen helfen dabei, dass die Songs beim Hören ein Feuerwerk entfalten können. Die Hooks machen Spaß, man erinnert sich ausgesprochen gut und gern an die Erkennungsphrasen der Songs, auch wenn der Player inzwischen abgeschaltet ist.

Oder auch die Spannungsbögen. Ohne zu technisch klingen zu wollen, aber jedes der Lieder ist irgendwie perfekt zwischen Power und fragilen Phrasen angelegt. Dann können die Refrains so richtig intensiv aufblühen!

Cooler Popband-Sound

Dabei ist der Songwriter von guten Musikern umgeben. Das hört man auf „Make a Move“. Cooler Popband-Sound. Und klar, er kommt aus Nashville. Bei dieser Platte habe ich das Gefühl, dass hier der persönliche Sound des Sängers, dessen Releases ich seit Jahren verfolge, abgemischt ist. Power, Gefühl, Storytelling, Authentizität.

Neben schönen Arrangements stimmt hier auch die Instrumentation. Er baut flimmernde Chöre zwischen eigenem Stimm-Loop, Gospelchor und anderen Stimmcollagen in die Stücke ein und zieht die Popsongs damit so richtig schön auf. Die Powermelodien (wie im revolutionären „Everything will change“) schmettert er dir um die Ohren, dass der Dresdner Fernsehturm zu wackeln droht, wenn du die Mucke hier zu laut aufdrehst.

Die Stücke sind nicht gewöhnlich aufgenommen, viele Details überraschen den aufmerksamen Zuhörer: mal durch gezupfte Flügelsaiten, mal durch Basslines und immer wieder durch interessant ausgestaltete Harmonien.

Charmant unbequeme Liedtexte

Und die zarten Songs nimmt man sich zu Herzen. Aber so richtig. Das kommt auch durch die genialen Liedtexte zustande. Ehrlich sind sie, wenngleich manchmal unbequem. Aber gerade das macht es interessant. „Heartbeat“ trällert mir mit einigen schönen Wortspielen jetzt häufiger in meinen Tag hinein, wenngleich der Sänger da behauptet, dass Herzen jetzt anders brechen als vor ein paar Jahren. Stuff to ponder about, könnte man anmerken.

Die Liedtexte sind charmant unbequem, man denkt über die Hypothesen in den Liedern nach. So stellt sich Gavin einige Fragen, die uns sicherlich allen durch den Kopf gehen. Wie sieht unsere Zukunft aus? Wie kann man jemanden vergessen, den man so richtig geliebt hat? Wieso erinnert man sich immer an die schrägen Eigenschaften der besseren Hälfte, die mit einem Schluss gemacht hat? Was ist Erfolg? Wer ist ein guter Anführer? Warum heulen sich manche Mädchen so oft bei den Jungs aus? Verschwenden wir unsere Zeit? Wie ist es für Frauen, zu leben und zu lieben?

Gavin singt aber auch über solch alltägliche Dinge, über die man halt auch mal kräftig lachen darf. Und reicht dir an regnerischen Tagen die Hand. Wenn du mal schlechte Laune hast, diese Platte wird das ändern!  

Text: Marion N. Fiedler
Foto: PR

Jetzt seid ihr dran: Welche Musik sollen wir in der CAZ vorstellen? Kleine Alternative Projekte oder lieber die Chartstürmer? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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