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Verspielt und entspannt: Jain mit ihrem Album „Zanaka“

Mit 24 Jahren durfte die französische Sängerin Jain schon zusehen, wie ihr Album „Zanaka“ in Frankreich Goldstatus erlangte. Alle Achtung! Die CAZ-Musikredakteurin hat reingehört.

Seit der Albumveröffentlichung im November 2015 war sie weltweit auf Bühnen und in den Medien präsent. Anfang Mai machte sie im Rahmen ihrer Debüt-Tournee auch in Deutschland Halt.

In ihren eigenen englischen Liedtexten schimmert ein französischer Akzent wie auch ein Hauch afrikanischer Aussprache mit. Auch in den Arrangements und im Artwork kann man den Einfluss des schwarzen Kontinents auf diese beeindruckend anders erscheinende junge Dame spüren, die ihre Kindheit im Kongo verbracht hat und später auch in Dubai und Abu Dhabi lebte.

Vom Sound her passt ihr Album wunderbar in die französische Musikwelt, besonders in der Art und Weise, wie klar und unverändert ihre super entspannten Vocals produziert worden sind. Wenn da nicht die englischsprachige Orientierung in ihren Liedtexten wäre – für ihr erstes Album hat die junge Französin die englische Sprache für ihre Songstories gewählt. In Frankreich ist es nicht selbstverständlich, dass fremdsprachige Alben von französischen Künstlern auf vergleichbare Weise erfolgreich werden.

Ihre simplen Melodien und die teils auch an HipHop orientierten elektronischen Begleitbeats machen gute Laune. Vom ersten Ton an hört man eine skurile Mischung aus diversen Stilen und Musiktraditionen, die sich über die gesamte CD hinweg entfalten darf. So richtig Mainstream ist es nicht, was Jain da singt und gemeinsam mit ihrem Produzenten Yodelice erschaffen hat. Die Melodie ist zwar eingängig, der Beat lädt zum Tanzen ein, aber der Sound bleibt wunderbar eigen.

Gleich der erste Song von zehn Tracks auf Zanaka, „Come“, erinnert an eine mit seinem lustig schepprig-akustischen Sound an eine fröhlich tanzende Truppe von Zigeunern, die zu Reggaemusik abgehen. Das Kind in Jain formuliert die wundersamsten Phrasierungen. Die Art und Weise, in der sie den Liedtext phrasiert, ist so fantasievoll, wie es in den Top Ten der französischen Charts schon lange nicht mehr gewesen war. Nicht umsonst darf das Album „Zanaka“ (madagassisch für „Kind“) heißen. Im Song mischen sich eine Sehnsucht nach dem Freund mit der Aufforderung, dass er ihr folgen soll – sie möchte ihm die Welt zeigen. „Meine Seele ist in Afrika mit dir, Boy“ schmelzt es in der Bridge dahin. Die Sterne am Himmel sind Jains Diamanten, sie läuft auf dem Himmel ihrer Träume. Der Liedtext von „Come“ zeugt von einer Weltoffenheit, die in vielen anderen Songs auf der Platte weitergetragen wird. So zum Beispiel der Song „Mr Johnson“, in dem wieder eine fantasievolle Phrasierung mit ihrem niedlichen französisch-afrikanischen Akzent aufeinandertreffen. „Jeden Tag träumt er, von seiner Bürotür wegzulaufen, er träumt von Veränderung“ singt Jain. Der Refrain ist kraftvoll, wenngleich verspielt und bleibt Jain hartnäckig – sie möchte Herrn Johnson gern vorm Burnout retten.

Dieses Album bringt viel Freude, trägt eine Entspanntheit in sich, überzeugt durch eine einzigartig verspielte Art mit Produktion und Phrasierung umzugehen – Fazit: unbedingt reinhören!

Mehr über Jain erfahrt ihr auf ihrer Homepage.

Text: Marion N. Fiedler

Foto: PR

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