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Wie bei Harry Potter – Quidditch wird jetzt Unisport

TU Dresden Sportkurs Quidditch ab Sommersemester 2019
Quidditch wird im echten Leben nicht mit fliegenden Besen und wehenden Umhängen gespielt.

Worum geht's? TU Dresden, Unisport, Quidditch, Harry Potter, Quidditch Club Dresden

Ab sofort fliegen die Besen an der Uni. Quidditch gibt es ab diesem Semester als Sportkurs. Da entwickeln nicht nur Harry-Potter-Fans sportliche Ambitionen.

Quidditch – mit fliegenden Besen und wehenden Umhängen – dürfte dem einen oder der anderen als der Zauberersport aus den Harry-Potter-Romanen von J.K. Rowling bekannt sein. Als reale Vollkontaktsportart mit Deutschem Ligabetrieb und (inter-)nationalen Meisterschaften ist es aber bislang nur wenigen vertraut.

Doch einige Dresdner sind motiviert, mehr Menschen für Quidditch zu begeistern: Lucas Scheuvens, Florian Roth, Mio Martens und Vinzent Fröhlich, Studenten und Mitarbeiter der TU Dresden, werden ab dem Sommersemester einen Quidditch-Unisportkurs anbieten. Sie spielen selbst seit zwei bis vier Jahren Quidditch, u.a. im Verein des Quidditch Club Dresden e.V., in dem sie als Trainer und Vorstandsmitglieder tätig sind.

Zwei Teams mit sieben Spielern

Aber wie funktioniert Quidditch überhaupt? Quidditch ist eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby. Es wird in zwei Teams mit je sieben Spielern und Spielerinnen gespielt: drei Chaser, ein Keeper, zwei Beater und ein Seeker. Die Chaser versuchen den Quaffle (Volleyball) durch einen der drei Torringe des gegnerischen Teams zu werfen. Jedes Tor bringt zehn Punkte. Der Keeper versucht, Tore zu verhindern. Die Beater werfen gegnerische Spieler mit Bludgern (Dodgebällen) ab, um sie kurzzeitig aus dem Spiel zu nehmen.

Der Broom (stabiler Turnstab) zeigt an, ob eine Person anspielbar ist oder nicht; wer abgeworfen wurde, muss absteigen und zu den eigenen Ringen zurücklaufen. Nach 18 Minuten kommen die Seeker ins Spiel, die versuchen den Snitch zu fangen. Der Snitchrunner, ein neutraler Spieler, trägt diesen an seiner Hose befestigt und verteidigt ihn in Ringkampfmanier. Ein erfolgreicher Fang bringt 30 Punkte und beendet das Spiel. Das Team, das zu diesem Zeitpunkt die meisten Punkte hat, gewinnt.

Geeignet für jedes Fitnesslevel

Doch Quidditch ist noch mehr als eine innovative, rasante und vielschichtige Sportart. Um Quidditch hat sich eine (inter-)nationale Community gebildet, die Austausch, Entwicklung, Verständigung und Miteinander auf mehr als der sportlichen Ebene schafft. Quidditch wird gemischtgeschlechtlich gespielt, weswegen die Genderthematik diskutiert und integriert wird.

Auswechseln und Positionen tauschen dürfen die Spielenden jederzeit während des Spiels, weswegen Quidditch für Menschen aller Fitness- und Fähigkeitslevel Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Und nicht zuletzt liegen die Organisation und Entwicklung von Regelwerken, Turnieren, Schiedsrichtern und Spielmaterialien in der Hand der Spielerinnen und Spieler selbst, sodass ein großer Raum für administratives, handwerkliches und technisches Engagement entstanden ist.

Ligabetrieb und Meisterschaften

In Deutschland gibt es mittlerweile über 40 Teams, die sich im Deutschen Quidditchbund (DQB) und in sechs Regionalligen organisieren. Auch international feiert Quidditch große Erfolge. So gibt es Weltmeisterschaften (Weltmeister: USA) und Europameisterschaften der Nationalteams (Europameister: Großbritannien) sowie Europameisterschaften auf Vereinsebene, ähnlich wie bei der „Champions League“ im Fußball. Titelverteidiger sind die Paris Titans. Dieses Jahr findet am 8.-9. Juni die Deutsche Quidditch Meisterschaft 2019 in Hamburg statt. Vom 27.-30. Juni wird in Bamberg zudem die diesjährige Europameisterschaft mit 25 beteiligten Ländern ausgetragen.

Kurzum, Quidditch ist nicht das, was viele anfangs erwarten. Es birgt großen Spaß für alle, die sich (neu) ausprobieren wollen, die bereits (Team)Sport-Erfahrung haben und diese ausbauen wollen sowie für diejenigen, die eine sportliche Herausforderung suchen. Neugierig geworden? Probiert’s aus!

Text: Lea Scheuvens
Foto: Vinzent Fröhlich

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